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Max-Planck-­Wissenschaftler sehen Zusammenhang zwischen Grippe- und Coronainfektion – Impfung empfohlen

Dienstag, 15. September 2020

/dpa

Berlin/Paris – Die Abnahme der COVID-19-Fälle im Frühling hängt möglicherweise nicht nur mit den Gegenmaßnahmen, sondern auch mit dem Ende der Grippesaison zusammen.

Zu diesem Schluss kommen Forschende am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie (MPIIB) in Berlin und am Institut Pasteur in Paris auf der Basis eines mathematischen Modells die ersten Monate der Coronapandemie in Europa. Danach haben Grippeerkran­kungen die Coronaübertragung im Durchschnitt um das 2,5-fache erhöht.

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Die Studie wurde auf der Wissenschaftsplattform medRxiv (DOI: 10.1101/2020.09.07.20189779) vorveröffentlicht und muss noch im sogenannten Peer-Review von Fachkollegen begutachtet werden.

Für ihre Fragestellung haben die Forscher den Verlauf der Pandemie in Belgien, Norwegen, Italien und Spanien modelliert – vier europäische Länder, in denen die Pandemie während der ersten Jahreshälfte unterschiedlich stark ausgeprägt war.

Um das Infektionsgeschehen möglichst realistisch abzubilden, flossen in das Modell zum einen Krankheitsparameter ein. Die Forscher berücksichtigten aber auch nicht-pharma­zeutische Gegenmaßnahmen wie Ausgangssperren und das „Social Distancing“.

Hierfür nutzten die Wissenschaftler den sogenannten Stringenz-Index. Dies ist ein von der Universität Oxford entwickelter Wert, der die Härte staatlicher Anti-Corona­maßnahmen von 0 bis 100 misst.

Das Ergebnis der Studie legt nahe, dass auch die kommende Grippewelle einen verstärkenden Einfluss auf die Coronapandemie haben wird – die Wissenschaftler betonen daher die Bedeutung von Grippeimpfungen, auch als möglichen Schutz vor COVID-19.

Die Pathophysiologie dahinter bleibt bei der gewählten Methodik – der mathematischen Pandemiemodellierung – allerdings offen. Denkbar ist laut den Forschern zum Beispiel, dass eine Grippeerkrankung Menschen anfälliger für Corona macht. © hil/aerzteblatt.de

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