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Influenza: Große Nachfrage nach Impfungen im Herbst 2020

Dienstag, 16. Februar 2021

/dpa

Berlin – Zu Beginn der Saison im Herbst 2020 haben sich mehr Menschen in Deutschland gegen Influ­en­za impfen lassen als in früheren Jahren. Mit 1,8 Millionen Impfungen im September 2020 sei ein Anstieg um 165 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verzeichnet worden, teilte ein Sprecher des Zentral­instituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) auf Anfrage mit.

Es gebe Hinweise, dass auch im vierten Quartal deutlich häufiger gegen Grippe geimpft worden sei – ein Unterschied in Millionenhöhe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, erklärte der Sprecher. Zu 2021 könnt­en noch keine validen Aussagen getroffen werden.

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Das Paul-Ehrlich-Institut hatte in dieser Saison mehr Impfdosen gegen Influenza freigegeben als in den Jahren zuvor: 25 Millionen. Der Bund hatte zusätzliche Dosen beschafft, um eine zusätzliche Belastung des Gesundheitswesens in der Coronakrise zu vermeiden.

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) geht von einem „sehr erfreulichen Spitzen­wert“ an Grippeimpfungen in dieser Saison aus. In Anbetracht der freigegebenen Menge und einer Schät­zung, wonach eine Million Dosen derzeit noch verfügbar ist, seien weit mehr als 20 Millionen Menschen geimpft worden, erklärte ein Sprecher. Und auch im Februar mache die Impfung noch Sinn.

Empfohlen wird die Grippeschutzimpfung unter anderem für Menschen über 60, chronisch Kranke und Schwangere. Vor Saisonbeginn hatte es noch Befürchtungen gegeben, der Grippeimpfstoff könne diesen Winter nicht reichen – nun drohen manche Apotheken aber auf Beständen sitzenzubleiben. „Da liegt noch Einiges“, sagte ein Sprecher des Berliner Apothekervereins.

Noch im Oktober und November habe es einen „gefühlt sehr heftigen Lieferengpass“ gegeben. Einige Menschen hätten unbedingt geimpft werden wollen und seien auf der Suche nach dem Impfstoff von Apotheke zu Apotheke gegangen. „Viele Apotheken haben dann große Mengen nachbestellt.“

Als diese Impfstofflieferungen dann Ende November, Anfang Dezember gekommen seien, hatte die Nach­frage dem Sprecher zufolge bereits wieder nachgelassen. „Angesichts der Kosten von rund zehn Euro pro Dosis ergibt sich ein hoher wirtschaftlicher Schaden“, sagte er.

Der ABDA-Sprecher betonte, bis Ende 2020 habe sich die Liefersituation entspannt, „so dass inzwischen alle Impfwünsche von den Ärzten erfüllt werden konnten“. Normalerweise grassiert die Grippe insbeson­dere nach dem Jahreswechsel.

In diesem Winter werden bislang extrem niedrige Fallzahlen erfasst. Die besonders hohe Impfrate und die Regeln zu Abstandhalten, Hygiene und Maskentragen sowie die Kontaktbeschränkungen hätten zum Ausbleiben der Grippewelle geführt, so das Zi.

Die Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert-Koch-Institut berichtete vergangene Woche mit Blick auf Atemwegserkrankungen von einem „vorher nie erreichten, niedrigen Niveau in den Wintermonaten“ seit Beginn des harten Lockdowns Ende 2020. Influenzaviren wurden demnach in der routinemäßigen Überwachung von Stichproben nicht gefunden. Das sei sonst seit 1997/1998 spätestens ab der ersten Kalenderwoche der Fall gewesen. © dpa/aerzteblatt.de

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