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Medizin

Schlafstörungen als kardiovaskulärer Risikofaktor

Freitag, 27. Dezember 2019

/amenic181, stock.adobe.com
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Beijing/London – Schlafprobleme gehen mit einem erhöhten Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen einher. Das berichten Wissenschaftler der School of Public Health des Peking University Health Science Center in Beijang und des Imperial College London in der Zeitschrift Neurology (2019; doi: 10.1212/WNL.0000000000008581).

Laut den Autoren leidet etwa jeder 4. Erwachsene in den Vereinigten Staaten an akuter Schlaflosigkeit. Ungefähr 3/4 dieser Menschen kehrten rasch zu ihrem normalen Schlafmuster zurück. Andere hingegen entwickelten eine chronische Schlaflosigkeit. Die bedeute, dass die Personen mindestens 3 Nächte pro Woche und mindestens 3 Monate lang Ein- und/oder Durchschlafprobleme haben.

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Die Forscher verwendeten Daten der „China Kadoorie Biobank“, die die wichtigsten Ursachen chronischer Krankheiten in China untersucht und verfolgt. Die 487.200 Teilnehmer im Alter zwischen 30 und 79 Jahren hatten zu Beginn der Studie keine Vorgeschichte von Herzerkrankungen oder Schlaganfall.

In der neuen Studie analysierten die Forscher 3 Symptome von Schlaflosigkeit, wobei die Symptome mindestens 3 Tage pro Woche andauerten. Die Symptome waren: Probleme beim Einschlafen, zu frühes Aufwachen sowie Schwierigkeiten, sich tagsüber wegen des gestörten Schlafes zu konzentrieren.

Die meisten haben Probleme beim Einschlafen

Die Daten zeigen, dass 11 % der Teilnehmer über Probleme beim Einschlafen berichteten und 10 % hatten Probleme mit zu frühem Aufwachen. 2 % der Teilnehmer gaben an, tagsüber Probleme mit der Konzentration zu haben.

Die Forscher verfolgten alle Freiwilligen etwa ein Jahrzehnt lang. In dieser Zeit identifizierten sie 130.032 Fälle von Herzinfarkt, Schlaganfall und vergleichbaren Erkrankungen.

Teilnehmer, die über alle 3 Schlafsymptome berichteten, hatten eine um 18 % erhöhte Wahrscheinlichkeit, an Herz-Kreislauf-Störungen zu erkranken, verglichen mit denjenigen, die die Symptome nicht hatten.

Diejenigen, die über Schwierigkeiten beim Fokussieren während des Tages berichteten, hatten ein 13 % höheres Risiko, einen Herzinfarkt, Schlaganfall und vergleichbare Krankheiten zu entwickeln, als diejenigen, die keine Probleme mit dem Fokussieren hatten.

Die Forscher stellten fest, dass die Menschen, die Schwierigkeiten beim Einschlafen hatten, eine um 9 % höhere Wahrscheinlichkeit hatten, diese Krankheiten zu entwickeln, während diejenigen, die zu früh aufwachten, mit 7 % höherer Wahrscheinlichkeit einen Schlaganfall, Herzinfarkt oder ähnliche Erkrankungen erlebten.

Die Wissenschaftler weisen daraufhin, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt. Die Ergebnisse zeigten zwar einen Zusammenhang zwischen Schlaflosigkeit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, könnten aber keine Ursache klären.

„Diese Ergebnisse legen nahe, dass wir die Zahl der Schlaganfälle, Herzinfarkte und anderer Krankheiten möglicherweise reduzieren können, wenn wir Menschen, die Probleme mit dem Schlafen haben, mit Verhaltenstherapien ansprechen könnten“, meinen die Wissenschaftler dennoch. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #748578
Ferdinand Wolfbeißer
am Samstag, 28. Dezember 2019, 09:16

Antwort auf Freudikommentar:

Hinsichtlich Wissen: Im Falle der Arteriosklerose will es die Medizin aber nicht wissen. Denn wenn ihre Ursache bekannt sein würde, würde kein Mensch mehr davon zu überzeugen sein, dass gegen diese Krankheit Medikamente geschluckt werden sollen.
Avatar #683778
Freudi
am Samstag, 28. Dezember 2019, 00:53

Aha

Glauben ist gut, Wissen ist besser, lieber Herr Wolfbeißer!
Avatar #748578
Ferdinand Wolfbeißer
am Freitag, 27. Dezember 2019, 19:56

… könnten aber keine Ursache (er)klären

Die Ursache ist der Arteriosklerose ist längst bekannt: Vitamin-C-Mangel. Somit sind Umstände des Daseins, die mit einem erhöhten Vitamin-C-Bedarf verbunden sind, mit dem Risiko verbunden, eine Herzkreislauferkrankung zu entwickeln. Stress (bekanntlich Schlafstörungen verursachend) ist ein solcher, den Vitamin-C-Bedarf steigernder Faktor.
LNS