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WHO: Wie Oberflächen am besten von SARS-CoV-2 befreit werden

Dienstag, 19. Mai 2020

/Maridav, stock.adobe.com

Genf − Die Reinigung und anschließende Desinfektion von Oberflächen kann vor allem im Gesundheitswesen einen Beitrag zum Schutz vor dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 leisten. Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) empfiehlt ein gezieltes Vorgehen. Vor einem Versprühen von Desinfektionsmitteln wird dagegen ausdrücklich abgeraten, da die Exposition der verwendeten Mittel zu Gesundheitsschäden führen kann.

Die Bilder von Reinigungstrupps, die in Schutzanzügen Straßen und öffentliche Plätze vernebelten, gehörten auch zu Beginn der COVID-19-Epidemie zu den gerne in den Medien verbreiteten Bildern, die der Öffentlichkeit den Ernst der Lage vor Augen führen sollen. Einen ernsthaften Beitrag zur Eindämmung der Epidemie leisten derartige Aktionen jedoch nicht.

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Die Wirkung ist nach Einschätzung der WHO außerhalb der direkt besprühten Flächen gering, vor allen Dingen dann nicht, wenn diese verschmutzt sind. Die Desinfektions­mittel gelangen dann gar nicht bis zu den Viren und viele Mittel werden zudem vom Wind verweht und durch das UV-Licht relativ schnell inaktiviert.

Personen auf keinen Fall besprühen

Auf jeden Fall vermieden werden sollte das Besprühen von Personen. Dies kann bei den Besprühten rasch zu Gesundheitsschäden führen, weil die chlorhaltigen Mittel Augen und Haut reizen. Beim Einatmen kann es zum Bronchospasmus und beim Verschlucken zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Der Besprühte ist nach der zweifelhaften Aktion auch nicht von Viren befreit, die in den Zellen seiner Schleimhaut weiter produziert und durch den Hustenreiz vielleicht sogar vermehrt ausgeschieden werden.

Die jetzt von der WHO vorgestellten Empfehlungen raten vor einer Desinfektion immer zu einer Reinigung der Oberflächen, die von den am wenigsten zu den am meisten verschmutzen Stellen und von oben nach unten fortschreiten sollte. Erst wenn die Oberflächen gereinigt sind, sei eine Desinfektion sinnvoll.

Sie kann nach der Empfehlungen der WHO mit Ethanol (Konzentration 70 bis 90 %) mit Produkten auf Chlorbasis wie Hypochlorit (Konzentration von 0,1 % für die allgemeine Desinfektion der Umwelt oder von 0,5 % für große Bereiche, die mit Blut und Körperflüssigkeiten kontaminiert wurden). Eine dritte Möglichkeit ist die Verwendung von Wasserstoffperoxid (Konzentration über 0,5 %).

Wie häufig Oberflächen gereinigt und desinfiziert werden sollten, hängt davon ab, wie häufig sie berührt werden. Zu den „high-touch“-Oberflächen und Dingen gehören Lichtschalter, Bettgitter, Türgriffe, intravenöse Pumpen, Tische, Wasser-/ Getränkekrüge, Servierbretter, Nachttische und Waschbecken.

Die Frequenz der Desinfektion hängt auch davon ab, wie viele unterschiedliche Personen sie berühren. In den Kliniken gehört die Patientenaufnahme zu den am meisten gefährdeten Regionen, aber auch die Patientenzimmer, da die von häufig wechselnden Personen betreten werden.

Ein erhöhtes Übertragungsrisiko besteht auch auf Fluren und in Ambulanzen, da hier den Tag über meist verschiedene Personen unterwegs sind. Für die meisten dieser Räume empfiehlt die WHO eine 2 Mal tägliche Desinfektion, in den Ambulanzen sollten die „high-touch“-Oberflächen nach jedem Patienten gereinigt und am Ende des Tages eine gründliche Desinfektion durchgeführt werden.

Welchen Beitrag die Desinfektionsmaßnahmen beim Infektionsschutz haben, ist laut WHO nicht sicher geklärt. Tatsache ist, dass die Viren vor allem durch Tröpfchen (und Aerosole) bei einem direkten engen Kontakt übertragen werden. Auch perfekt gereinigte und desinfizierte Oberflächen können dann eine Infektion nicht verhindern. © rme/aerzteblatt.de

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