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Was Raumluftreiniger zum Schutz vor Coronaviren leisten müssen

Montag, 14. September 2020

/veerapong, stock.adobe.com

Ulm – In Innenräumen besteht bekanntlich die Gefahr, sich durch Aerosole mit SARS-CoV-2 anzustecken. Wissenschaftler des Instituts für Strömungsmechanik und Aerodyna­mik der Universität der Bundeswehr in München um Christian Kähler empfehlen daher sogenannte Raumluftreiniger zum Infektionsschutz.

Die Physiker haben sich bereits im Vorfeld damit befasst, wie sich Infektionen durch Aerosole wirksam verhindern lassen. „FFP2/3 Atemschutzmasken, die fest und dicht sitzen, bieten im Allgemeinen einen sehr guten Schutz vor diesem Infektionsweg“, berichten sie und verweisen auf eine aktuelle Publikation im Journal of Aerosol Science (DOI: 10.1016/j.jaerosci.2020.105617).

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Leider erschwerten diese Masken das Atmen und das Tragen könnten auf Dauer unange­nehm sein. Daher sollten diese Masken maximal drei Mal 75 Minuten pro Tag getragen werden. Für Schulen oder bei der Arbeit seien sie daher „kaum geeignet“, so die Wissenschaftler.

Lüften

„Indirekte Infektionen können wirksam durch das freie Lüften mit Fenstern oder raumluft­technischen (RLT) Anlagen, die 100 Prozent Außenluft in den Raum leiten, verhindert werden, sofern die Luftwechselrate dem sechsfachen des Raumvolumens pro Stunde entspricht“, berichten die Wissenschaftler. Das freie Lüften mittels Fenstern und der Betrieb von RLT-Anlagen sei aber im Winter schwierig.

Raumluftreiniger

Mobile Raumluftreiniger oder Entkeimungsgeräte, die die Aerosolpartikel abscheiden oder die Viren durch UV-Strahlung oder durch Kontakt mit Ladungsträgern zuverlässig inaktivieren, seien hier eine technische Lösung, so die Wissenschaftler.

Allerdings böten viele der angebotenen Geräte keinen wirksamen Schutz, da der Volumen­strom zu klein, der Abscheidegrad der Filter zu gering und die Leistungsfähigkeit der UV und Ionisationseinheit zu schwach sei, kritisieren sie.

In einer neuen Untersuchung haben sie jetzt spezifiziert, welche Anforderungen an die Geräte zu stellen sind:

  • Der Volumenstrom muss mindestens dem sechsfachen des Raumvolumens pro Stunde entsprechen.
  • Der Filter muss bei dem benötigten Volumenstrom eine Filterleistung nach der EN 1822 aufweisen, die 99,995 Prozent der Aerosolpartikel abscheidet oder die Viren müssen mit dieser Effektivität beim einmaligen Durchlauf durch das Gerät mittels UV-Strahlung oder elektrischen Ladungen inaktiviert werden.
  • Das Gerät muss hinreichend geräuscharm sein, damit es im Betrieb nicht stört. Stört der Lärm, dann besteht die Gefahr, dass das Gerät ganz abgeschaltet oder nicht mit dem erforderlichen Volumenstrom betrieben wird.
© hil/aerzteblatt.de

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