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Medizin

Die HPV-Impfung wirkt

Donnerstag, 11. April 2019

Impfung /dpa
HPV ist eine der häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen, gegen die eine Impfung möglich ist. /dpa

Edinburgh – Die routinemäßige Impfung von Mädchen im Alter von 12 oder 13 Jahren gegen humane Papillomaviren (HPV) in Schottland hat zu einer deutlichen Verringerung von Erkrankungen des Gebärmutterhalses inklusive Gebärmutterhalskrebs im späteren Leben geführt. Das berichten Wissenschaftler um Tim Palmer von University of Edinburgh im British Medical Journal (2019; doi: 10.1136/bmj.l1161).

Viele Länder, darunter Großbritannien, bieten Mädchen Impfungen gegen HPV an, um sie im späteren Leben vor Gebärmutterhalskrebs und anderen damit verbundenen Krebsarten zu schützen.

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Schottland verfügt über ein nationales Vorsorgeprogramm für Gebärmutterhalskrebs und hat 2008 ein nationales HPV-Impfprogramm für Mädchen im Alter von 12 und 13 Jahren eingeführt, mit einem Aufholprogramm bis 18 Jahren.

Die Forscher haben die Auswirkungen der routinemäßigen Impfung von Mädchen mit dem bivalenten HPV-Impfstoff gemessen. Dieser zielt auf die HPV-Typen 16 und 18 ab. „Frühere Studien deuten darauf hin, dass die Impfung vor den krebserregendsten HPV-Typen 16 und 18 schützt, die für 70 % der Gebärmutterhalskrebsfälle weltweit verantwortlich sind“, berichten die Forscher. Es fehlten den Wissenschaftlern zufolge aber Bevölkerungsdaten über die Wirkung der routinemäßigen Impfung.

Als Zielgröße erfassten sie das Niveau abnormaler Zellen und zervikaler intraepithelialer Neoplasien (CIN). Die Forscher analysierten Impf- und Screening-Aufzeichnungen für 138.692 Frauen aus Schottland, die zwischen 1988 und 1996 geboren wurden und für die im Alter von 20 Jahren ein Screening-Testergebnis vorlag. Dazu gehörten nicht geimpfte Frauen, Frauen, die im Alter von 14 bis 17 Jahren und Frauen, die im Alter von 12 bis 13 Jahren routinemäßig geimpft wurden.

Das Alter entscheidet über die Wirksamkeit

Frauen, die 1995 und 1996 geboren wurden, zeigten eine 89%ige Verringerung bis zu CIN-Grad 3 oder schlechter gegenüber ungeimpften Frauen, die 1988 geboren worden waren – nämlich von 0,59 % auf 0,06 %. Außerdem berichten die Forscher von einer 88%ige Verringerung bis zu CIN-Grad 2 und einer 79%ige Verringerung des CIN-Grades 1 – jeweils im Vergleich zur Gruppe der 1988 geborenen ungeimpften Frauen.

Jüngeres Alter bei der Impfung war mit einer zunehmenden Wirksamkeit des Impfstoffs verbunden (86 % für CIN Grad 3 oder schlechter für Frauen im Alter von 12 bis 13 Jahren im Vergleich zu 51 % für Frauen im Alter von 17 Jahren).

„Nicht geimpfte Frauen zeigten auch eine Verringerung der Krankheit, was darauf hindeutet, dass die Unterbrechung der HPV-Übertragung in Schottland einen erheblichen Herdenschutz geschaffen hat“, berichten die Forscher.  

In einem verlinkten Leitartikel bezeichnet Julia Brotherton, Ärztliche Direktorin der sogenannten VCS Foundation in Australien, die Ergebnisse als „dramatisch“, weil sie eine deutliche Verringerung der hochgradigen Gebärmutterhalskrebserkrankung im Laufe der Zeit belegten. © hil/aerzteblatt.de

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