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Politik

Tetravalente Grippeimpfstoffe abverkauft, Ministerium reagiert auf Versorgungsprobleme

Dienstag, 20. November 2018

/dpa

Berlin – Die Bundesregierung reagiert auf Probleme bei der Versorgung der Menschen mit dem tetravalenten Impfstoff gegen Influenza. Hintergrund sind anhaltende Hinweise auf eine Fehlverteilung in Deutschland, in der es in einigen Bundesländern wie etwa in Niedersachsen, Bremen, Saarland, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und offenbar auch in Berlin zu Engpässen gekommen ist.

„Wir gehen davon aus, dass es genug Impfstoff gibt“, sagte ein Sprecher des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) dem Deutschen Ärzteblatt (DÄ). Es seien eine Million Dosen mehr verfügbar, als im vergangenen Jahr verimpft worden seien. Man wolle nun über eine offizielle Bekanntmachung nach Paragraf 79 Absatz 5 Arzneimittelgesetz (AMG) dafür sorgen, dass mehr Möglichkeiten bestehen, um den Impfstoff zu beschaffen.

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 Apotheken oder auch Arztpraxen sollen sich untereinander mit Impfstoff versorgen können

Die Bekanntgabe eines Versorgungsengpasses gibt den Bundesländern laut Ministerium zusätzlichen Handlungsspielraum. Demnach können diese dann bei regionalem Bedarf erlauben, dass sich Apotheken oder auch Arztpraxen untereinander mit Grippeimpfstoff versorgen. Das ist normalerweise nicht möglich. Darüber hinaus dürfen aus anderen EU-Ländern bezogene Impfstoffe in den Apotheken abgegeben werden. Auch könnten die Gesundheitsämter Impfstoffdosen weitergeben.

Dies könnte auch Probleme lösen, mit denen große Krankenhausapotheken zuletzt zu kämpfen hatten. Das Arbeitsmedizinische Zentrum der Charité musst in Berlin etwa zuletzt Impftermine bei Berliner Landesbehörden absagen, wie dem aus gut informierten Kreisen mitgeteilt wurde. Dies sei mit Lieferengpässen bei Impfstoffen begründet worden. Die Apotheke der Charité konnte demnach keine Impfstoffe bei den Herstellern und Großhändlern mehr ordern – und auch nicht einfach auf andere Apotheken ausweichen. Die Charité bestätigte die Angaben heute auf Anfrage bisher nicht.

„Abverkauft" heißt nicht „ausverkauft"

Wie das für Impfstoffe zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) auf Anfrage des heute mitteilte, sind seit gestern die vier in Deutschland verfügbaren Impfstoffe Fluenz Tetra, Influsplit Tetra, Influvac Tetra und Vaxigrip Tetra von allen Herstellern in Deutschland abverkauft. Dies sei aber nicht zwingend identisch mit „ausverkauft“, erläuterte eine PEI-Sprecherin. Die Impfstoffe befänden sich in der Handelskette. Wo sich diese befänden, darüber gebe es aber keinen Überblick.

Das PEI geht bislang wie das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium von einer ungleichen Verteilung der Impfstoffe in Deutschland aus. Nun werde man aber prüfen, ob es einen echten Lieferengpass gebe und sich möglicherweise sogar ein Versorgungsengpass entwickele, hieß es vom PEI.

„Um Erkenntnisse zur realen Situation zu gewinnen, bitten wir nach wie vor darum, uns über das Formular unter www.pei.de/lieferengpaesse-verbrauchermeldung mitzuteilen, wenn ein Grippeimpfstoff nicht/nicht mehr zu bekommen ist“, sagte eine  PEI-Sprecherin. © may/aerzteblatt.de

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