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Ärzteschaft

Keuchhusten befällt zunehmend ältere Menschen

Mittwoch, 16. September 2020

/Zerbor, stock.adobe.com

München – Nicht nur Babys, auch Schulkinder, Jugendliche und Erwachsene benötigen einen Impfschutz gegen Keuchhusten. Das betont die Stiftung Kindergesundheit. Ein Grund dafür sei, dass die Krankheit zunehmend auch Ältere befalle.

Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) waren im Jahre 2018 rund 93 Prozent der Schulan­fänger gegen Keuchhusten geimpft. „Trotzdem war Keuchhusten 2018 mit 12.907 gemel­deten Fällen die insgesamt siebthäufigste gemeldete Infektionskrankheit“, sagt Johannes Liese, Professor für pädiatrische Infektiologie und Immunologie an der Universitäts-Kinderklinik Würzburg und Kuratoriumsmitglied der Stiftung Kindergesundheit. Keuchhusten trete damit in Deutschland mindestens 25 Mal häufiger auf als Masern.

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Seit einigen Jahren verlagert sich der Keuchhusten immer mehr ins Jugendlichen- und Erwachsenenalter. So lag das Durchschnittsalter bei den dem RKI gemeldeten Keuchhusten­fällen 1995 noch bei 15 Jahren, seit 2013 liegt es jedoch bei rund 40 Jahren.

Heute treten 75 Prozent der Fälle in der Altersgruppe der über 19-Jährigen auf. Unter den 1.069 Patienten, die laut Statistischem Bundesamt 2016 wegen Keuchhusten in einem Krankenhaus behandelt werden mussten, waren 515 Babys, aber auch 120 über 70-jährige Senioren.

Eines der Hauptprobleme liegt laut Stiftung Kindergesundheit in den bestehenden Impflücken bei Jugendlichen und Erwachsenen. Keuchhustenkranke Erwachsene seien jedoch eine gefährliche Infektionsquelle. Mutter, Vater und Geschwister, sogar Großeltern, könnten mit ihren Keimen Säuglinge und kleine Kinder anstecken.

Babys könnten aber erst ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat geimpft werden. Zudem besäßen sie in der Regel keinen natürlichen Nestschutz gegen die Krankheit. Deshalb sind sie laut der Stiftung darauf angewiesen, dass enge Kontaktpersonen in ihrer Umgebung wie Eltern, Geschwisterkinder oder Großeltern durch Impfungen geschützt seien. „Neugeborene und junge Säuglinge sind besonders gefährdet und haben die höchsten Komplikations­raten“, warnt Liese.

Die Stiftung Kindergesundheit spricht sich daher mit Nachdruck für die konsequente Einhaltung der aktuellen Impfempfehlungen der STIKO aus. Seit März 2020 empfiehlt diese eine Keuchhustenimpfung für schwangere Frauen zu Beginn des dritten Schwangerschafts­drittels, bei Gefahr einer Frühgeburt auch schon im zweiten Trimenon. Die Impfung soll unabhängig vom Abstand zu vorher verabreichten Pertussisimpfungen und in jeder Schwangerschaft erfolgen.

Zusätzlich sollten enge Kontaktpersonen und Betreuer, die in den vergangenen zehn Jahren keine Pertussisimpfung erhalten haben, möglichst schon bis vier Wochen vor der anstehen­den Geburt geimpft werden.

„Auch Beschäftigten in Gesundheits- und Gemeinschaftseinrichtungen wird die Pertussis­impfung von der STIKO als Indikationsimpfung alle zehn Jahre empfohlen“, erinnert die Stiftung Kindergesundheit. © hil/aerzteblatt.de

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