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Viele Hantavirus­infektionen erwartet

Dienstag, 11. Juni 2019

/dpa

Berlin – In die­sem Jahr könnten Experten zufolge in bestimmten Gebieten Deutsch­lands wieder über­durchschnittlich viele Menschen am Hantavirus erkranken. „2019 ist ganz deutlich ein Ausbruchsjahr“, sagte Mirko Faber, Wissenschaftler am Robert-Koch-Institut in Berlin (RKI), auf Anfrage.

Seit Januar wurden dem Institut gut 460 Fälle gemeldet. Besonders betroffen sind Fa­ber zufolge die Schwäbische Alb, die Räume Stuttgart und Osnabrück, Unterfranken, der Bayerische Wald, der Osten Hessens, der Westen Thüringens und das Münster­land.

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Der aktuelle Ausbruch sei aber bisher nicht mit dem starken Hantavirusjahr 2012 ver­gleichbar, sagte Faber. Damals wurden im gleichen Zeitraum mehr als 1.100 Fälle registriert, im gesamten Jahr der bisherige Rekordwert von rund 2800 Infektionen. In anderen Jahren erkrankten bundesweit jährlich weniger Menschen als aktuell inner­halb von sechs Monaten, 2018 beispielsweise nur 235. Starke Schwankungen von Jahr zu Jahr sind beim Hantavirus üblich.

In Deutschland gilt das Einatmen von zu Staub zerfallenem Kot von Rötelmäusen (auch Waldwühlmaus) als Hauptinfektionsquelle für das Hantavirus. Aber auch mit deren Speichel oder Urin wird das Virus ausgeschieden. Anstecken kann man sich etwa beim Aufräumen oder Fegen von Garagen oder Schuppen.

Zu Berufsgruppen mit einem gewissen Risiko zählten etwa Förster, Jäger und Bau­ar­beiter, so Faber. Aber auch in der Freizeit gibt es Risiken: Schutz- und Grillhütten im Wald etwa seien auch bei den Mäusen beliebt, so dass man sich anstecken könne.

Die Erkrankungszahlen schwanken deshalb von Jahr zu Jahr, weil die Wahrschein­lich­keit für eine Ansteckung mit der Dichte an infizierten Rötelmäusen zusammenhängt. „Viele Menschen infizieren sich, wenn es viele infizierte Rötelmäuse gibt“, sagte er. Insbesondere in Buchen-Mastjahren bekommen die Mauspopulationen durch das große Futterangebot einen Schub. © dpa/aerzteblatt.de

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