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Nach Verwirrung um Coronavirus-Tests: Labor analysiert alle Proben

Mittwoch, 25. März 2020

/Catalin, stock.adobe.com

Tübingen/Ravensburg − Nach einer Debatte über möglicherweise nicht verwertbare und liegengebliebene Coronavirus-Tests hat ein Labor in Ravensburg im Laufe des gestrigen Tages ausstehende Proben analysiert.

Durch die Nachmessung seien noch positive Patienten diagnostiziert worden, sagte der beauftragte Geschäftsleiter des Labors, Diethard Müller, gestern Abend. Im Laufe des Abends sollten alle der 2.000 noch ausstehenden Proben analysiert werden. In einer Zwischenbilanz sagte Müller, fast alle Proben seien analysiert und rund 12 Prozent der Patienten positiv getestet worden.

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Bei 2.000 Proben entspricht das einer Zahl von rund 240. Der Anteil positiver Patienten unterscheide sich bei den nachträglich gemessenen Proben nicht auffällig von an ander­en Tagen in der Kalenderwoche durchgeführten Tests. Das zeige, dass die Empfindlichkeit der Messung nicht auffällig nachgelassen habe. Da ein Abbau der Viren in den Proben aber nicht ausgeschlossen werden könne, sollten Patienten bei einem negativen Ergebnis eine neue Probe einsenden, wenn sie noch krank sind.

Das MVZ Labor Ravensburg hatte für Verwirrung gesorgt, weil es den Behörden am Sonn­tag zunächst mitgeteilt hatte, es seien rund 2.000 Coronavirus-Proben aus den Landkrei­sen Tübingen, Ravensburg, Biberach sowie dem Bodenseekreis wegen nicht vorhandener Chemikalien lange nicht analysiert worden. Sie könnten daher nicht mehr verwertet wer­den. Vorgestern gab das Labor zwar Entwarnung. Die Behörden hatten da allerdings schon zu Nachholtestungen aufgerufen.

Das Labor erklärte gestern dazu, das Robert-Koch-Institut (RKI) empfehle eine Testung bei gekühlter Lagerung und Transport innerhalb von 72 Stunden. Am Tag zuvor habe das RKI dem Labor aber bestätigt, Proben könnten auch noch nach längerer gekühlter Lage­rung analysiert werden.

Das Labor sieht sich nun starker Kritik ausgesetzt: Die Ärztin Lisa Federle von der Tübin­ger Coronavirus-Teststation kündigte an, keine Proben mehr zur Analyse an das Labor schicken zu wollen.

Derzeit würden Proben an die Tübinger Uniklinik geschickt, man sei auf der Suche nach neuen Labors. Das Tübinger Landratsamt teilte mit, man könne nicht ausschließen, doch noch einmal auf das Ravensburger Labor angewiesen zu sein und Proben dorthin zu schicken.

Teststationen aus den drei anderen betroffenen Landkreisen wollen weiter Proben an das Labor senden. „Bei allem Ärger über die Panne und die ungute Kommunikation ist die Testkompetenz dieses Labors für uns extrem wichtig und wir können nicht darauf ver­zich­ten“, teilte das Landratsamt Bodenseekreis mit. © dpa/aerzteblatt.de

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