ThemenInfektionenCoronaausbruch in Garmisch – erste Massentest­ergebnisse vorgelegt
Infektionen

Infektionen

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Coronaausbruch in Garmisch – erste Massentest­ergebnisse vorgelegt

Dienstag, 15. September 2020

/picture alliance, Lino Mirgeler

Garmisch-Partenkirchen – Nach einem Coronaausbruch in Garmisch-Partenkirchen haben sich Hunderte Menschen auf das SARS-CoV-2-Virus testen lassen. Erste Ergebnisse der rund 1.000 Tests, die von Freitag bis gestern genommen wurden, wurden heute Nachmittag vorgelegt.

Die am Wochenende vorgenommenen zusätzlichen 740 Corona-Tests hätten nur drei neue positive Tests ergeben, sagte Landrat Anton Speer (Freie Wähler) vor Journalisten. „Das ist sehr erfreulich." Die Ergebnisse von am Montag vorgenommenen Tests standen aber noch aus.

Anzeige

Eine 26-jährige US-Amerikanerin, die in Garmisch-Partenkirchen lebt, soll trotz Krank­heitszeichen und Quarantäneauflage durch Kneipen gezogen sein – und könnte dabei mehrere Menschen angesteckt haben.

Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt gegen die Frau, die so möglicherweise zur „Superspreaderin“ (deutsch: Superverbreiterin) wurde. Es gehe um den Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung, sagte eine Sprecherin. Im Raum stehe eine mögliche Verletzung der Quarantänevorschriften. Zuerst hatte der Münchner Merkur über die Ermittlungen berichtet.

Die Anklagebehörde geht davon aus, dass die deutsche Justiz zuständig ist. „Es ist, soweit ich das im Moment sehe, auch seitens der amerikanischen Behörden unstrittig, dass die deutsche Justiz zuständig ist“, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) dazu dem Bayerischen Rundfunk.

„Nach meinen Informationen – aber ich will da vorsichtig sein – ist sie eine Zivilange­stellte der US-Armee und unterliegt damit nicht dem Nato-Truppenstatut. Wir sind aber in Verbindung mit den US-amerikanischen Behörden, weil wir mit denen grundsätzlich ein partnerschaftliches Verhältnis haben.“

Die Frau arbeitete in einem Hotel für US-Soldaten und deren Familien. Die Unterkunft wurde für zwei Wochen geschlossen, nachdem mehrere Beschäftigte positiv getestet wurden, wie das Hotel auf seiner Homepage mitteilte. Laut Landratsamt ist die Frau nun in Quarantäne.

Bei ihrer Kneipentour habe die Frau „besonders rücksichtslos gehandelt“, sagte Herrmann. Es sei wichtig, dass deutlich gemacht werde: „So geht es nicht. Wir sind nicht bereit das hinzunehmen und zwar nicht wegen formalen Gesetzesvollzugs, sondern weil hier Menschen in ihrer Gesundheit gefährdet werden, wenn sich andere so aufführen.“

Auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) forderte Konsequenzen. „Garmisch-Parten­kirchen ist ein Musterfall für Unvernunft.“ Der Fall sei Beispiel, wie schnell sich Infek­tionen verbreiten könnten. „Dieser Leichtsinn muss auch Konsequenzen haben.“ Es sei sinnvoll, mit „hohen Bußgeldern“ zu agieren.

In den vergangenen sieben Tagen gab es nach Angaben der Behörden im Landkreis Garmisch-Partenkirchen 49 neue Coronafälle. Der Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner lag bei 55,39 und damit über dem kritischen Wert von 50.

Bereits am Freitag hatte das Landratsamt für die Marktgemeinde Beschränkungen verhängt. Alle Gaststätten müssen um 22 Uhr schließen. Nur noch maximal fünf Personen dürfen sich im öffentlichen Raum gemeinsam treffen – das gilt auch für alle Gastrono­miebetriebe. Für Privatveranstaltungen wird die Teilnehmerzahl auf höchstens 50 Personen in geschlossenen Räumen oder 100 Personen unter freiem Himmel beschränkt. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Zum Artikel

Coronakrise: Newsletter

Handlungsempfehlungen COVID-19

Handlungsempfehlungen COVID-19
Handlungs­empfeh­lungen für verschie­dene Fach­gebiete

Fachgebiet

Anzeige

Stellenangebote

    Weitere...