ThemenInfektionsschutzAntikörpertests auf SARS-CoV-2 noch zu ungenau
Infektionsschutz

Infektionsschutz

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Antikörpertests auf SARS-CoV-2 noch zu ungenau

Mittwoch, 24. Juni 2020

/picture alliance, Marijan Murat

Köln – Antikörpertests können eine zurückliegende Infektion mit SARS-CoV-2 nachwei­sen. Aber die Tests sind bislang noch zu ungenau. Das Testergebnis reicht nicht aus, um Immunität nachzuweisen oder Infektiosität auszuschließen. Das berichten Wissenschaft­ler des europäischen Netzwerks zur Gesundheitstechnologie-Bewertung (EUnetHTA). An diesem Netzwerk beteiligt sich auch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Nach Ausbruch der Coronapandemie hatte das EU-Gesundheitsdirektorat die EUnetHTA-Partner dazu aufgefordert, sich wissenschaftlich bei der Bekämpfung der Corona­pande­mie zu engagieren. Das IQWiG unterstützte zusammen mit einem wali­sischen Partner die Gesundheitsagentur der Region Emilia Romagna in Bologna/Italien bei einer ersten Be­wer­tung zur Coronadiagnostik.

Anzeige

Die Autoren werteten für ihren Bericht weltweit 40 Studien aus. Danach ist insbesondere fraglich, ob ein positives Testergebnis als Zeichen einer Immunität gegen eine erneute In­fektion gewertet werden könne. Außerdem sei ein positives Testergebnis nach überstan­de­ner Infektion – also ein Antikörpernachweis – kein sicherer Beleg dafür, dass die Per­son das Virus nicht mehr an andere Personen übertragen könne, so die Wissenschaftler.

Das IQWiG weist daraufhin, dass der jetzige EUnetHTA-Bericht keine direkten Folgen für die Frage habe, ob Corona-Antikörpertests in Deutschland von der gesetzlichen Kranken­versicherung (GKV) bezahlt werden. Derzeit stehen die Tests als GKV-Leistung zur Verfü­gung, jedoch muss die Notwendigkeit der Testung im Einzelfall begründet werden.

Eine generelle Regelung zur GKV-Erstattung bei Antikörpertests wurde vom Bundesge­sundheitsministerium in die Verordnung zur Erstattung von PCR-Tests nicht aufgenomm­en. Es sei nach dem Stand der medizinischen Wissenschaft „noch ungeklärt“, inwieweit ein Antikörpernachweis mit dem Vorliegen einer Immunität korreliere.

Ein positives Testergebnis ist meldepflichtig. Die Bewertung der Antikörpertests soll laut IQWiG in rund drei Monaten aktualisiert werden. © hil/bee/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Zum Artikel

Coronakrise: Newsletter

Handlungsempfehlungen COVID-19

Handlungsempfehlungen COVID-19
Handlungs­empfeh­lungen für verschie­dene Fach­gebiete

Fachgebiet

Anzeige

Stellenangebote

    Weitere...