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Viele Prognosemodelle in der Neurointensivmedizin lückenhaft

Mittwoch, 4. September 2019

/okrasyuk adobe.stock.com

Jena – Zahlreiche Prognosemodelle zur Vorhersage des Krankheitsverlaufs bei verschie­de­nen neurologischen und neurochirurgischen Krankheitsbildern weisen offenbar erheb­liche Lücken auf. Das berichten die Deutsche Gesellschaft für Neurointensivmedizin (DGNI) und die Neurocritical Care Society (NCS).

Ausgangspunkt der Diskussion war ein Treffen von Experten im Rahmen der ANIM2018, der Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin im Februar 2018 in Würzburg. Den Stand der Diskussion und einen Ausblick haben die Fachgesellschaften jetzt in der Zeitschrift Neu­ro­critical Care (doi 10.1007/s12028-019-00769-6) dargestellt.

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Bei der Veranstaltung wurden acht häufig vorkommende neurointensivmedizinische Er­krankungen vorgestellt und in einer ausführlichen Publikumsdiskussion kritisch hinter­fragt.

Ergebnis: Die bestehenden Prognosemodelle für die aneurysmatische Subarachnoidalblu­tung, die intrazerebrale Blutung, den akuten ischämischen Schlaganfall, die traumatische Hirnverletzung, die traumatische Rückenmarksverletzung, den Status epilepticus, das Guillain-Barré-Syndrom und den Hirnschaden durch Sauerstoffmangel nach Herzkreis­lauf­stillstand weisen signifikante Lücken auf.

Die häufigsten waren neben bekannten Bedenken zur „self-fulfilling prophecy“, der sich selbst erfüllenden Voraussage über den Zustand eines Patienten, vor allem fehlende In­formationen und mangelnde Berücksichtigung von Begleiterkrankungen sowie die feh­lende Einbeziehung von Parametern der stationären Versorgung und des Krankheits­ver­laufs.

Keins der Prognosemodelle enthält laut den Fachgesellschaften aussagekräftige Infor­ma­tionen über klinische Ereignisse wie das Ansprechen auf die Behandlung, den zeitlichen Ablauf von Krankheitsprozessen und krankheitsspezifische pathophysiologische Pro­zesse.

„Gerade aber eine fortlaufende klinische Neubewertung, die zum Beispiel auch die Fest­stellung einer frühen Besserung oder Verschlechterung impliziert, wurde in der Experten­diskussion als wichtige Überlegung angesehen“, hieß es aus DGNI und NCS. Die jetzt vor­liegende „Lückenanalyse“ bildet den Fachgesellschaften zufolge einen Rahmen für weite­re klinische Studien. © hil/aerzteblatt.de

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