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Medizin

Intensivmedizin: Checkliste senkt Sterberate

Dienstag, 1. Februar 2011

Baltimore – Eine Checkliste zur Verbesserung der Hygiene bei intravenösen Zugängen hat im US-Staat Michigan die Kliniksterblichkeit um 10 Prozent gesenkt. Dies geht aus einer Untersuchung im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2011; 342: d219) hervor.

Das „Keystone ICU Project“ legt seit Oktober 2003 für alle 108 Intensivstationen des Bundesstaates Michigan fünf einfache Regeln fest.

Sie lauten: Konsequentes Händewaschen, strenge Barrieremaßnahmen beim Legen der zentralen Zugänge, Desinfektion der Haut mit Chlorhexidin, Vermeidung des femoralen Zugangs (wenn möglich Subclavia-Zugang) und konsequente Entfernung von unnötigen Kathetern.

Begleitend fanden Fortbildungen statt, die eine neue Sicherheitskultur auf den Stationen etablierten sollten. Bereits drei Jahre später konnte der Anästhesiologe Peter Pronovost von der Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore, wo das Projekt entwickelt worden war, die ersten Erfolge melden: Die Inzidenz von katheterassoziierten Bakteriämien auf Intensivstationen war um zwei Drittel gesenkt worden (NEJM 2006; 355: 2725-2732).

Da Bakteriämien eine häufige Todesursache auf Intensivstationen sind, sollte sich das Programm auch auf die Sterblichkeit der Patienten auswirken. Genau dies zeigt die neue Analyse der Forscher, die die Trends der Kliniksterblichkeit in Michigan und 11 Nachbarstaaten verglich, in denen die Hygieneregeln nicht aufgestellt wurden.
 

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Auch dort ist die Kliniksterblichkeit in den letzten Jahren leicht zurückgegangen. In Michigan war der Rückgang jedoch stärker und seit der Implementierung der neuen Regeln hat sich der Trend noch verstärkt.

Nach den Berechnungen von Pronovost ist die Kliniksterblichkeit zusätzlich um 10 Prozent gesunken. Die Analyse ist auf Medicare-Begünstigte, also Senioren über 65 Jahre, beschränkt. Eine retrospektive Auswertung von Klinikdaten sei sicherlich anfällig gegenüber Verzerrungen, räumt der Forscher ein. Es habe in dem Zeitraum in Michigan aber keine andere Maßnahme gegeben, die den Rückgang erklären könnte.

© rme/aerzteblatt.de

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