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Medizin

Ärzte profitieren von Feedback zu Verordnungs­entscheidungen

Dienstag, 8. Oktober 2019

/Geza Farkas, stock.adobe.com

Köln – Feedbacks von Experten können ärztliche Entscheidungen über die Verordnung von Anti­biotika verbessern. Das zeigt eine interdisziplinäre Studie unter Leitung von Da­niel Wie­sen vom Seminar für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Management im Gesund­heitswesen der Universität zu Köln. Insbesondere noch unerfahrene Ärzte profitie­ren da­nach von Feedbacks der Experten. Die Studie ist im Fachmagazin Medical Decision Making erschienen (doi 10.1177/0272989X19866699).

Der übermäßige Gebrauch von Antibiotika trägt bekanntlich zur Entstehung von Anti­biotika­resistenzen bei. Insbesondere bei Kindern kann der unangemessene Einsatz von Antibiotika laut den Autoren kurz- und langfristige Folgen für die Gesundheit und Ent­wick­lung haben. In einer experimentellen Studie mit Kinderärzten hat das Team der Uni­versität zu Köln einen innovativen Ansatz zur Verbesserung des Verordnungsverhaltens bei Antibiotika unter­sucht.

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73 Ärzte nahmen an der experimentellen Studie teil, in der alltagsnahe Entschei­dungen in einem kontrollierten Rahmen überprüft wurden. Das Experiment bestand aus 3 Stufen. In jeder Stufe wurden die Teilnehmenden gebeten, für 40 hypothetische Patienten zu entscheiden, ob und für wie lange sie Antibiotika verordnen würden.

Zu Beginn der 2. Stufe wurde den Teilnehmenden angekündigt, dass sie Feedback von Ex­­perten zu ihren Thera­pie­-Entscheidungen erhalten würden. Dieses beruhte auf Em­pfeh­lungen von Direktoren deutscher Kinderkliniken.

Die Feedbacks von Experten führten im Verlauf der Studie dazu, dass die gewählte Thera­pie­dauer daraufhin im Durchschnitt um etwa einen Tag (10 % der ursprünglich gewählten Dauer) zurückging. „Auch die Abweichung der Entscheidungen der Kinderärzte von den Empfehlungen der Experten nahm deutlich ab“, berichten die Wissenschaftler.

Überrascht habe, dass ein simpler Ansatz wie die Bereitstellung von Feedback durch Ex­perten einen „so großen Effekt auf ärztliche Verordnungsentscheidungen haben kann“, sagte Wiesen. „Wir können sagen, dass die Bereitstellung von Experten-Feedbacks zu angemesse­neren Therapie-Entscheidungen geführt hat“, so sein Fazit. © hil/aerzteblatt.de

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