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Jugendliche aus sozial schwächeren Familien haben häufiger Schlafprobleme

Mittwoch, 30. Oktober 2019

picture alliance / dpa

Hamburg/Leipzig – Schlafprobleme sind bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland offenbar weit verbreitet. Jugendliche aus sozial schwächeren Familien haben dabei häufiger Schlafschwierigkeiten als sozial besser gestellte Jugendliche. Das zeigt eine Studie des Forschungszentrums für Zivilisationserkrankungen (LIFE Child) der Universität Leipzig. Die Ergebnisse dieser Studie werden auf der 27. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) Anfang November in Hamburg vorgestellt.

Im Rahmen der LIFE Child-Studie wurden 1.902 vier bis 17-jährige Kinder und Jugendliche zu Schlafschwierigkeiten befragt. „Von 855 Vier- bis Neunjährigen beantworteten die Eltern einen Fragebogen und 1.047 Zehn- bis 17-Jährige gaben Selbstauskunft. Es wurden Zusammenhänge zwischen Schlafauffälligkeiten und dem Alter und Geschlecht der Kinder sowie der sozialen Stellung der Familie untersucht“, erläuterte Christiane Lewien aus der Arbeitsgruppe um Wieland Kiess und Tanja Poulain das Vorgehen.

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Bei 22,6 Prozent der Vier- bis Neunjährigen und 20 Prozent der zehn- bis 17-jährigen Kinder und Jugendlichen wurden Schlafauffälligkeiten festgestellt.

Zusätzlich zeigten die Analysen bei den Zehn- bis 17-Jährigen, dass Jugendliche aus niedrigeren Sozialschichten mehr Schlafschwierigkeiten angaben, als jene aus höheren Sozialschichten. „Warum dieser Zusammenhang erst im Jugendalter zu beobachten ist, muss noch näher untersucht werden“, hieß es aus der Arbeitsgruppe. Möglicherweise würden Verhaltensweisen, die die Schlafqualität mindern und in niedrigeren Sozialschichten häufiger zu beobachten sind, erst in diesem Alter relevant, zum Beispiel körperliche Inaktivität, Mediengebrauch oder schulische Überforderung.

Laut den Wissenschaftlern ist es notwendig, weitere Studien zur Kausalität anzusetzen, um den Zusammenhang besser zu verstehen und Familien mit niedrigerem sozialem Hintergrund gezielt unterstützen zu können. © hil/aerzteblatt.de

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