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Baby- und Kindertees müssen künftig zuckerfrei sein

Freitag, 15. Mai 2020

/picture alliance/imageBROKER

Berlin – Kräuter- und Früchtetees für Babys und Kleinkinder müssen künftig zuckerfrei sein. Kommen sollen auch neue Hinweise auf den Packungen für die Eltern, nicht selbst nachzusüßen. Das legt eine Verordnung von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) fest, die der Bundesrat heute gebilligt hat.

In den Tees werden demnach zugesetzter Zucker und auch andere süßende Zutaten wie Honig, Malzextrakt, Sirupe oder Dicksäfte verboten. Verbraucherschützer forderten deut­lich weitergehende Vorgaben für Kinderprodukte.

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Klöckner sprach von einem wichtigen Schritt für eine gesunde Ernährung von Kleinkin­dern. „Zucker hat in Babytees nichts zu suchen.“ Die Weichen für das Ernährungsverhalten würden früh gestellt, die ersten 1.000 Lebenstage von Kindern seien entscheidend. „Der Konsum gezuckerter Getränke von Anfang an erhöht die Gefahr von Karies, späterem Überg­ewicht oder gar Adipositas.“ Das Zuckerverbot solle nun umgehend erlassen wer­den.

Vorgeschrieben werden soll auch ein Hinweis auf der Verpackung oder einem Etikett, beim Zubereiten auf die Zugabe von Zucker und anderen süßenden Zutaten zu verzich­ten. Kommen soll zudem eine Kennzeichnung, ab welchem Kindesalter die Tees verwen­det werden können – generell darf dies demnach nicht unter vier Monaten sein.

Wie es in der Verordnung heißt, betrifft das Zuckerverbot 37 derzeit erhältliche Produkte. Die neuen Informationspflichten auf der Packung betreffen demnach laut einer Markt­übe­rsicht 85 Produkte. Die Verbraucherzentralen begrüßten das Verbot, das aber bei wei­tem nicht ausreiche.

„Die Supermärkte sind voll mit ungesunden Lebensmitteln, die ausdrücklich an Kinder vermarktet werden“, sagte der Chef des Bundesverbands, Klaus Müller. Eltern werde sug­geriert, bestimmte Produkte seien besonders geeignet für die Kleinsten, obwohl sie völlig überzuckert seien. „Ohne strenge gesetzliche Regeln für alle Produkte mit Kinderoptik wird das Angebot nicht ausgewogener werden.“ Die Bundesregierung müsse Höchstmen­gen für Zucker, Salz und Fett für alle Produkte festlegen, die sich an Kinder richten.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisierte die Neuregelungen als „Ablenkungs­manöver“. Gesüßte Kindertees seien ein Nischenprodukt, das im Einzelhandel ohnehin kaum mehr eine Rolle spiele, sagte Experte Oliver Huizinga. Klöckner müsse „ernsthafte Maßnahmen“ ergreifen, wie sie auch von der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) und Ärzten seit Jahren gefordert werden. „Die Werbung an Kinder für unausgewogene Le­bensmittel muss gesetzlich untersagt werden.“ Nötig sei unter anderem auch eine „Limo-Steuer“ nach britischem Vorbild.

Der Zuckerstopp für Babytees ist Teil eines Programms, mit dem die Bundesregierung ge­sündere Ernährung voranbringen will. Im Visier stehen dabei auch Fett und Salz in Fertig­produkten. Eine vom Kabinett Ende 2018 beschlossene „Reduktionsstrategie“ sieht vor, dass sich Hersteller zu Zutatenanderungen bis 2025 verpflichten. Ärzte und Verbraucher­schützer kritisieren das Vorgehen auf freiwilliger Basis.

Ein weiteres Instrument soll das neue Nährwertlogo Nutri-Score sein. Das aus Frankreich stammende System bezieht neben dem Gehalt an Zucker, Fett und Salz empfehlenswerte Bestandteile wie Ballaststoffe in eine Gesamtbewertung ein und gibt dann einen einzigen Wert an – auf einer Skala von „A“ auf dunkelgrünem Feld für die günstigste Bilanz bis zu einem roten „E“ für die ungünstigste. © dpa/aerzteblatt.de

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astridschulze@massai.dk
am Montag, 18. Mai 2020, 12:21

Kindertee - ein deutsches Kulturgut

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