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Medizin

Beschränkungen für Kindergarten steigern Masernimpfquote in Kalifornien

Mittwoch, 3. Juli 2019

/dpa

Atlanta – Seit der US-Staat Kalifornien keine Ausnahmen aus weltanschaulichen Gründen mehr akzeptiert, hat sich die Zahl der Kinder, die bei Eintritt in die Vorschule („Kindergarten“) nicht ausreichend geimpft werden, halbiert. Der Anteil liegt laut einer Studie in JAMA (2019; 322: 49-56) bei unter 5 Prozent, was künftige Epidemien ver­hindern könnte.

In Kalifornien war es 2014 und 2015 zu Masernepidemien gekommen. Der Grund war die zunehmende Zahl von Kindern, die nicht geimpft wurden, weil ihre Eltern dies nicht wollten. Impfungen sind in den USA freiwillig. Die Eltern riskieren jedoch, dass sie keinen Kindergartenplatz für ihre Kinder finden. Die Vorschulen verlangen nämlich einen vollständigen Impfausweis.

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Dies führte dazu, dass immer mehr Eltern sich auf religiöse oder weltanschauliche Motive beriefen. Um eine „personal belief exemption“ zu erhalten, mussten die Eltern lange Zeit nur ein Formular ausfüllen. Für die Eltern war dies kein Hindernis. Die Zahl der Kinder, die bei Eintritt in den Kindergarten nicht alle geforderten Impfungen hatten, stieg von 7,80 Prozent im Jahr 2000 auf 9,84 Prozent im Jahr 2013 an.

Nach der ersten Masernepidemie verschärften die kalifornischen Behörden die Be­stimmungen. Seit 2014 mussten die Eltern für eine „personal belief exemption“ nach­weisen, dass sie mit einem Arzt über das Thema gesprochen hatten. Seit 2015 wurde das Personal der Kindergärten zur Notwendigkeit von Impfungen geschult. Im Jahr 2016 wurde die „personal belief exemption“ ganz gestrichen.

Eine Untersuchung von Cassandra Pingali von der Emory University in Atlanta zeigt jetzt, dass die Maßnahmen Wirkung gezeigt haben. Innerhalb von drei Jahren hal­bierte sich der Anteil der nicht ausreichend geimpften Kinder auf 4,87 Prozent. Die Wahr­scheinlichkeit, dass ein Kind in der Vorschule auf ein nicht ausreichend geimpf­tes Kind trifft, ist sogar von 26,02 auf 4,56 Prozent gesunken.

Dies bedeutet allerdings nicht, dass in allen Kindergärten die von Experten von 95 Prozent geforderte Impfquote erreicht wird. Vor allem im Norden des Landes gibt es laut Pingali noch zahlreiche geografische „Cluster“, in denen überdurchschnittlich viele Kinder nicht ausreichend geimpft werden.

Dennoch scheinen die Maßnahmen weitgehend ihr Ziel zu erreichen. Größere Ausbrü­che sind in der letzten Zeit in Kalifornien (im Gegensatz zu anderen Bundesstaaten) ausgeblieben. Bis Mitte Juni dieses Jahres gab es erst 55 gemeldete Masernerkran­kungen, darunter nur elf im Alter unter 18 Jahren. © rme/aerzteblatt.de

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