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Politik

Höhere Fallzahlen führen bei Operationen des Mammakarzinoms zu besseren Ergebnissen

Montag, 10. Februar 2020

/dpa

Köln – Bei der chirurgischen Behandlung des primären Mammakarzinoms gibt es einen Zusammen­hang zwischen der Leistungsmenge und der Qualität des Behandlungsergeb­nisses. Zu dieser Erkenntnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Ge­sundheitswesen (IQWiG) in einem neuen Bericht.

„In Krankenhäusern mit höheren Fallzahlen und bei Ärzteteams, die viele Brustkrebsope­­rationen durchführen, sind die Überlebenschancen für die operierten Brustkrebspatien­tinnen insgesamt höher“, schreibt das Institut, das dafür nach eigenen Angaben zehn re­le­vante Studien ausgewertet hatte. Zudem komme es seltener vor, dass an der operierten Brust weitere Eingriffe notwendig werden.

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Ebenfalls für die Krankenhausebene und die ärztliche Ebene gelte die Aussage, dass mit einer steigenden Zahl der Brustkrebsoperationen die Zahl der gegebenenfalls notwendig werdenden Folgeoperationen sinke.

Für die Untersuchung des Zusammenhangs zwischen der Leistungsmenge und der Be­handlungsqualität bezüglich weiterer Zielgrößen wie „unerwünschte Wirkungen der The­ra­pie“, „Lokalrezidive“, „krankheitsfreies Überleben“ und die „gesundheitsbezogene Le­bens­qualität“ konnten die IQWiG-Wissenschaftler keine aussagefähigen Studien identifi­zieren. Auch für die Untersuchung von Auswirkungen von konkret in die Versorgung ein­geführten Mindestfallzahlen gebe es keine aussagefähigen Studien, hieß es.

Brustkrebs

Mit zuletzt rund 69.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist Brustkrebs laut IQWiG die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. In seltenen Fällen kann Brustkrebs auch bei Männern auftreten (ca. ein Prozent aller Neuerkrankungen). Die relative 10-Jahres-Überle­bensrate lag 2016 für Frauen bei 82 Prozent und für Männer bei 72 Prozent. Wegen eines Verdachts auf Brustkrebs haben Ärzte im Jahr 2014 bundesweit 74.224 chirurgische Eingriffe in 817 Kliniken durchgeführt.

Das Institut untersucht den Zusammenhang zwischen Leistungsmenge und Erfolg im Auf­trag des Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) in acht Prüf­aufträgen zu Mindestmengen. Für chirurgische Eingriffe zur Behandlung des Brustkrebses gilt in Deutschland aktuell keine verbindlich festgelegte Mindestmenge für die Krankenhäuser.

Die Deutsche Krebsgesellschaft fordert jedoch Mindestfallzahlen im Rahmen ihres Zerti­fizierungssystems für Brustzentren. So werden mindestens 100 Primärfälle pro Zentrum und 50 Brustkrebsoperationen pro Operateur und Jahr als Nachweis verlangt, um sich als Brustzentrum zertifizieren lassen zu können. 2018 ließen sich 280 Standorte als Brust­zentrum zertifizieren, in denen 55.715 Primärfälle behandelt wurden.

Der G-BA hatte das IQWiG im Dezember 2018 beauftragt, den Bericht zum Zusammen­hang zwischen Leistungsmenge und Qualität bei der chirurgischen Behandlung des pri­mären Mammakarzinoms in einem beschleunigten Verfahren als Rapid Re­port zu erar­beiten.

Zwischenprodukte wurden daher nicht veröffentlicht und nicht zur Anhörung gestellt. Die Bearbeitung wurde im April 2019 aufgenommen. Der vorliegende Rapid Report wurde im Januar 2020 an den Auftraggeber geschickt. © may/EB/aerzteblatt.de

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