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Medizin

US-Studie: Nahrungsergänzungs­mittel schaden Jugendlichen

Dienstag, 11. Juni 2019

/gamjai, stockadobecom

Boston – Wegen der fehlenden Überwachung von Nahrungsergänzungsmitteln kommt es in den USA immer wieder zu schweren Zwischenfällen. Betroffen sind laut einer Studie im Journal of Adolescent Health (2019; doi: 10.1016/j.jadohealth.2019.03.005) häufig Jugendliche, die zu Präparaten greifen, die die Muskeln kräftigen, die Ausdauer verbessern oder Gewichtsprobleme lösen sollen.

Nahrungsergänzungsmittel müssen in den USA anders als Medikamente nicht zugelassen werden. Das „Dietary Supplement Health and Education Act“ von 1994, das eigentlich eine Regulierung einführen sollte, war unter dem Druck der Herstellerlobby in ihr Gegenteil verkehrt worden. Es verbietet der FDA heute die regelmäßige Überprüfung von Nahrungsergänzungsmitteln auf Sicherheit und Wirksamkeit.

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Entsprechend groß ist der Wildwuchs. Viele Mittel enthalten verbotenerweise verschrei­bungspflichtige Arzneimittel, Steroide, Schwermetalle, Pestizide oder andere gesundheitsschädliche Substanzen. Dies fällt oft erst dann auf, wenn beim „FDA Adverse Event Reporting System“ (FAERS), der Datenbank für unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW), Berichte eingehen, die die Nahrungsergänzungsmittel mit Leberschäden, Nierenversagen oder anderen schweren Komplikationen in Verbindung bringen.

Nach einer Recherche von Flora Or von der T. H. Chan School of Public Health in Boston wurden zwischen Januar 2004 und April 2015 insgesamt 977 UAW bei Kindern und jungen Erwachsenen bis zum Alter von 25 Jahren gemeldet. Etwa 40 % davon hatten schwerwiegende Folgen von einem Kranken­haus­auf­enthalt bis zum Tod.

Betroffen waren vor allem Präparate zum Muskelaufbau, zur Verbesserung der Ausdauer und Diätmittel. UAW-Meldungen zu diesen Präparaten trafen fast 3-mal so häufig beim FAERS ein wie Meldungen zu Vitaminpräparaten. 

Die FDA kann in diesen Fällen eine Gesundheitswarnung herausgeben oder die Hersteller abmahnen. Die Hersteller verschwinden dann vom Markt. Die Nische wird jedoch bald von anderen Herstellern mit neuen Präparaten übernommen. Das Problem könnte sich auch auf andere Länder auswirken, weil die Präparate über das Internet angeboten und damit ins Ausland gelangen. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #759489
MITDENKER
am Mittwoch, 12. Juni 2019, 14:16

Üble Substanzen

Isabel45 hat recht, unser normales "Futter" ist voll mit Pestiziden bzw. Herbiziden (Glyphosat etc.), PFOA, Bisphenol, Arsen im Reis etc., die Raumluft in den Häusern und Büros voll mit Formaldehyd und sonstigen Übelstoffen, das Trinkwasser voll mit Medikamenten und Hormonen undsoweiterundsofort.
Interessante Tabelle dazu:
https://gesundheitstabelle.de/index.php/schadstoffe-gifte/gifte-lebensmittel
Es wird Zeit, dass den Giftspritzern in der Landwirtschaft u. der chemischen Industrie massive auf die Finger geschaut wird.

Und sorry, das: "2004 und April 2015 insgesamt 977 UAW bei Kindern und jungen Erwachsenen bis zum Alter von 25 Jahren gemeldet" kommt mir in einem Riesenland wie den USA im Zeitraum von ca. 10 Jahren nicht allzu viel vor (bei allem Bedauern für den Einzelfall).
Avatar #739272
isabel45
am Dienstag, 11. Juni 2019, 21:22

US-Studie: Nahrungsergänzungs­mittel schaden Jugendlichen

Zum Satz: "Viele Mittel enthalten verbotenerweise verschrei­bungspflichtige Arzneimittel, Steroide, Schwermetalle, Pestizide oder andere gesundheitsschädliche Substanzen.".... muss man leider SEHR deutlich sagen: genau diese gesundheitsschädlichen Substanzen befinden sich auch, und das vollkommen ERLAUBT, in normalen Nahrungsmitteln!! Vor allem Pestizide, das weiß jeder.
LNS