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Medizin

Studie: Fischöl könnte Asthma bei Kindern verhindern

Freitag, 29. Januar 2021

/PhotoSG, stock.adobe.com

London – Kinder, deren Stoffwechsel aufgrund einer Genvariante nur eingeschränkt in der Lage war, ungesättigte Fettsäuren herzustellen, hatten in 2 prospektiven Kohortenstudien ein erhöhtes Risiko, an Asthma zu erkranken, wenn sie zu wenig Omega-3-Fettsäuren über die Ernährung zu sich nahmen. Dies zeigen die im European Respiratory Journal (2021; DOI: 10.1183/13993003.03633-2020) vorgestellten Ergebnisse.

Die Häufigkeit von Asthmaerkrankungen im Kindesalter hat in den letzten Jahrzehnten deutlich zuge­nommen. Gleichzeitig hat sich die Qualität der Ernährung verschlechtert. Fischgerichte, die reich an den langkettigen Omega-3-Fettsäuren Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) sind, kommen immer seltener auf den Tisch. EPA und DHA wirken entzündungshemmend, weshalb Fischmahl­zeiten eine vorbeugende Wirkung gegen entzündliche Erkrankungen zugeschrieben wird, zu denen auch das Asthma bronchiale gehört.

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Der Körper kann EPA und DHA auch mit Enzymen aus Omega-3-Fettsäuren pflanzlicher Herkunft her­stellen. Dies geschieht mit der Delta-6-Desaturase. In dessen Gen FADS2 gib es eine häufige Variante (rs1535), die die Aktivität des Enzyms herabsetzt. Menschen mit der Variante rs1535 sind deshalb auf die Zufuhr von DHA und EPA über die Nahrung angewiesen.

In der „Avon Longitudinal Study of Parents and Children“ (ALSPAC), die eine Kohorte von Kindern seit der Schwangerschaft ihrer Mütter begleitet, trugen fast die Hälfte der Kinder (2.025 von 4.542 Teilnehmern) die Variante rs1535. Ein Team um Seif Shaheen von der Queen Mary University of London hat jetzt herausgefunden, dass diese Kinder im Alter von 11 bis 14 Jahren häufiger an Asthma erkrankt waren, wenn die Eltern im Ernährungsfragebogen im Alter von 7 Jahren angegeben hatten, dass ihre Kinder selten Fisch zu essen bekamen.

Für das Viertel der Kinder mit der höchsten Aufnahme von EPA und DHA mit der Ernährung ermittelte Shaheen eine Odds Ratio von 0,49 mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,31 bis 0,79. Sie waren demnach nur halb so häufig erkrankt wie die Kinder im unteren Viertel der Aufnahme von EPA und DHA.

Für Kinder, bei denen die Variante rs1535 nicht gefunden wurde, der Stoffwechsel also mehr EPA und DHA selbst produzieren konnte, wurde keine Assoziation gefunden. Die Studie weist damit auf eine möglicherweise wichtige Ursache von Asthma-Erkrankungen im Kindesalter hin. Allerdings kann eine Beobachtungsstudie die Kausalität nicht beweisen, auch wenn die Forscher ihre Ergebnisse an einer zweiten Kohorte, der schwedischen BAMSE-Studie, verifizieren konnten.

Da die Variante rs1535 häufig ist und durch eine Blutuntersuchung leicht festgestellt werden kann, sind randomisierte Studien denkbar. Kinder mit einem erhöhten Asthmarisiko könnten mit Fischölkapseln oder mit Placebo behandelt werden. Wenn daraufhin die Häufigkeit von Asthmaerkrankungen sinken würde, wäre die Behandlung evidenzbasiert. © rme/aerzteblatt.de

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