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Wieviel Vitamine und Mineralstoffe Nahrungser­gänzungsmittel maximal enthalten sollten

Mittwoch, 17. März 2021

/Lothar Drechsel, stock.adobe.com

Berlin – Die Werbung verspricht positive Effekte von Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) auf Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit. Etwa ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland greift regel­mä­ßig zu NEM-Präparaten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat jetzt ihre Angaben dazu über­arbeitet, wie viel Vitamine und Mineralstoffe NEM höchstens enthalten sollten.

„Viel hilft viel – das ist auch bei Vitaminen und Mineralstoffen ein Trugschluss“, sagte der BfR-Präsident Andreas Hensel. „Die Dosis entscheidet, ob sie unserer Gesundheit nützen oder schaden“, betonte er.

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Daten über die Nährstoffzufuhr in Deutschland deuten laut dem BfR darauf hin, dass nur einige wenige Vitamine und Mineralstoffe, wie Vitamin D, Calcium, Folsäure und Jod, von manchen Bevölkerungs­grupp­en nicht entsprechend den Zufuhrempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung aufgenomm­en werden.

Als Faustregel gelte, dass eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung den gesunden Körper ausreichend mit lebensnotwendigen Stoffen versorge. Wer zusätzlich hoch dosierte NEM einnehme, stei­gere sein Risiko für eine Überversorgung mit den betreffenden Mikronährstoffen.

Das BfR hat bei der Höchstmengenableitung für NEM die Altersgruppe der 15- bis 17-Jährigen als Be­zugs­gruppe gewählt. Dies soll sicherstellen, dass gesundheitliche Beeinträchtigungen durch den Verzehr von NEM oder angereicherten Lebensmitteln nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Jugendliche sehr unwahrscheinlich sind.

Zusätzlich wurde bei nahezu jedem Nährstoff ein Unsicher­heitsfaktor von zwei verwendet. Dies soll wissenschaftlichen Unsicherheiten und einer möglichen Mehrfachexposition durch die Einnahme unter­schiedlicher NEM Rechnung tragen.

Das Institut hat alle relevanten Vitamine und Mineralstoffe einzeln bewertet und die wissenschaftliche Evidenz für alle Substanzen in einem jeweils eigenen Paper dargestellt.

Im Paper zum Vitamin A heißt es beispielsweise: „Bei präformiertem Vitamin A (Retinol und Retinylester) ist der Sicherheitsabstand zwischen dem Tolerable Upper Intake Level 1 und der Aufnahme in der 95. Verzehrperzentile sowie dem Zufuhrreferenzwert sehr gering.“

Unter Berücksichtigung eines Unsicher­heits­faktors von zwei bezüglich möglicher Mehrfachverwendung von Vitamin-A-haltigen NEM, neben anderen wissenschaftlichen Unsicherheiten, entspreche dies einer Höchstmenge von 0,2 mg Vitamin A pro Tagesverzehrempfehlung eines NEM. © hil/aerzteblatt.de

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Ferdinand Wolfbeißer
am Samstag, 3. April 2021, 09:34

Interessenslage

An dem Phänomen, dass einmal vor einem Zuviel an Mikronährstoffen gewarnt und dann wiederum vor einem zu wenig bei diesen, hängt offenbar von der Interessenslage jener ab, für die der jeweilige Autor lobbyiert. Wenn es nach dem Inhalt der Seite https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32340216/ geht, dann wären die Menschen bei den Mikronährstoffen zu gering versorgt.
In dem Ärzteblatt-Artikel fehlt übrigens das Faktum, dass im Alter die Nährstoff-Aufnahme nicht mehr so gut funktioniert und es fehlt auch, dass bei Medikamenteneinnahme der Mikronährstoffbedarf erhöht ist: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2014/daz-15-2014/die-mikronaehrstoff-raeuber. Dieser Raubeffekt könnte auch erklären, warum Personen mit Vorerkrankungen (Personen mit Vorerkrankungen schlucken für gewöhnlich Medikamente) Corona-Risikopatienten sind.
Zudem erstaunt, dass im gegenständlichen Artikel bei der Aufzählung jener Mikronährstoffe, bei welchen Mängel nicht auszuschließen sind, das Vitamin C fehlt. Befindet sich der Mensch im Unterschied zu zahlreichen anderen Arten doch in dieser nachteiligen Situation: Sein Organismus ist nicht imstande, Ascorbinsäure (Vitamin C) bedarfsgerecht selbst herzustellen. Bei Krankheit ist das bei Tieren ein Vielfaches jener Menge, die normalerweise gebildet wird. Hierbei soll es sich um eine Menge handeln, die das 200-fache jener 100 mg ausmacht, die beim Menschen für ausreichend gehalten werden (umgelegt auf das Körpergewicht). Würde dieser Umstand in Zeiten wie diesen (Coronapandemie!) nicht Vitamin-C-Substitution nahelegen?
Dass sich die Menschen auf der Grundlage der Überlegung „Viel hilft viel“ vergiften würden, ist nicht zu befürchten. Erstens ist den Menschen das Paracelsus-Wort "Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei." wohlvertraut, zweitens werden NEM nicht verschenkt und drittens befinden sich auf den Packungen Angaben für den richtigen Verzehr.
LNS

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