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Medizin

Bauchspeicheldrüsen­krebs: Seltene Genveränderungen machen Tumor angreifbar

Freitag, 22. Juni 2018

/dpa

Dresden – Patienten mit Pankreaskrebs, deren Tumorzellen spezielle Mutationen zeigen, sind medikamentöse angreifbar. Das berichten Wissenschaftler des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Dresden und des NCT Heidelberg in der Zeitschrift Cancer Discovery (2018; doi: 10.1158/2159-8290.CD-18-0036). 

Zu den häufigsten genetischen Veränderungen bei Bauchspeicheldrüsenkrebs zählen Mutationen im sogenannten KRAS-Gen, die bewirken, dass die Tumorzellen sich unablässig teilen. Nicht jeder Tumor der Bauchspeicheldrüse trägt jedoch diese Mutation. Ist das KRAS-Gen unverändert, spielen laut den Wissenschaftlern häufig andere Veränderungen der Erbinformation eine wichtige Rolle. Sie fanden in mehreren Fällen sogenannte Genfusionen: Hierbei war jeweils ein Teil eines bestimmten Gens – des so genannten NRG1-Gens – mit dem Teil eines anderen Gens verschmolzen. 

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„Bei 4 der 17 untersuchten Patienten konnten wir anstelle einer KRAS-Mutation eine andere genetische Besonderheit feststellen: Wir fanden bestimmte Genabschnitte, die mit anderen verschmolzen waren“, erklärte Hanno Glimm, geschäftsführender Direktor am NCT Dresden und Leiter der Abteilung für „Translationale Medizinische Onkologie“.

„Tumoren der Bauchspeicheldrüse mit KRAS-Mutationen sprechen kaum auf Medika­mente an. Dagegen lassen sich Krebszellen mit diesen spezifischen Genfusionen mit zugelassenen Wirkstoffen – sogenannten Tyrosinkinase-Inhibitoren oder auch Antikörpern – therapeutisch angreifen. Das gibt uns weitere Optionen für die Behandlung dieser Patienten“, erläuterte Stefan Fröhling, geschäftsführender Direktor am NCT Heidelberg.

2 der Patienten konnten in der Studie entsprechend der genetischen Veränderungen mit zielgerichteten Medikamenten behandelt werden. Bei beiden bildeten sich dadurch die Lebermetastasen zeitweise zurück – zu einem Zeitpunkt, als andere Therapien die Krankheit nicht mehr kontrollieren konnten. 

„Wir konnten so zeigen, dass die Behandlung von Patienten mit Bauchspeicheldrüsen­krebs mit einer auf die individuellen Merkmale des Tumors zugeschnittenen Therapie sinnvoll ist“, sagte Christoph Heining, Leitender Oberarzt der Abteilung für „Transla­tionale Medizinische Onkologie“ am NCT Dresden. Wie eine optimale Therapie mit zielgerichteten Medikamenten aussehen könnte, soll nun in einer Studie an beiden NCT-Standorten genauer ermittelt werden.

Das NCT ist eine standortübergreifende Kooperation von Deutschem Krebsforschungs­zentrum (DKFZ) und Universitätsklinikum Heidelberg auf der einen Seite sowie von DKFZ, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, Medizinischer Fakultät der TU Dresden und Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) auf der anderen Seite. © hil/aerzteblatt.de

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