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Große Stiftungen wünschen sich Aufwertung der Pflege

Mittwoch, 12. Februar 2020

/dpa

Berlin – Eine Aufwertung der Pflege und die Schaffung von 30.000 Studienplätzen für Pflegeberufe wünscht sich eine Allianz von drei großen deutschen Stiftungen. Die Robert Bosch Stiftung, die Bertelsmann Stiftung und die Stiftung Münch sprachen sich heute in Berlin für einen Kurswechsel in der Gesundheitspolitik aus.

Professionell Pflegende müssten ärztliche Aufgaben übernehmen dürfen; ihre berufliche Selbstverwaltung müsse gestärkt werden. Zudem müsse die Akademisierung des Berufs vorangetrieben werden.

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„Die Realität zeigt, dass das Bild ‚Pflege kann jeder‘ gefährlich ist und nicht gegen den Fachkräftemangel hilft“, erklärten die Stiftungen in einem gemeinsamen Positionspapier. Deutschland leiste sich eine sehr gute Breitenmedizin, eine wettbewerbsfähige Spitzen­medizin und zugleich einen Dauerpflegenotstand.

„Um die Pflege in der Fläche zu sichern, müssen wir zusätzlich für Spitzenpflege sorgen. Nur wenn die Attraktivität des Berufsbildes steigt, werden wir langfristig genügend Per­sonal gewinnen können“, erklärte die Leiterin des Bereichs Gesundheit der Bosch Stif­tung, Bernadette Klapper.

In ihrem Papier verweisen die Stiftungen auf internationale Beispiele, wie der Pflege mehr Verantwortung übertragen werden kann. „In vielen Nachbarländern werden seit langem gute Erfahrungen mit der partnerschaft­lichen Aufteilung der Heilkundeverant­wortung zwischen verschiedenen Berufsgruppen gemacht“, betonte Boris Augurzky von der Stiftung Münch.

Dabei werde verstärkt auf akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen gesetzt, die in enger Kooperation mit Ärzten und weiteren Akteuren Patienten und Pflegebedürf­tige eigenverantwortlich diagnostisch und therapeutisch versorgten.

Auch die Kompetenz, bestimmte Medikamente und Hilfsmittel selbstständig verordnen zu können, gehöre für die professionell Pflegenden in anderen Ländern zum Alltag.

Darüber hinaus raten die Stiftungen dazu, die Rolle der Pflege im Gesundheitswesen zu stärken. „Dort, wo es um Entscheidungen geht, die Auswirkungen auf die pflegerische Versorgung haben, muss auch die professionelle Pflege mit am Tisch sitzen“, sagte Uwe Schwenk von der Bertelsmann Stiftung. Die Pflegenden sollten sich selbst aber auch stärker organisieren.

Derzeit existieren bereits Landespflegekammern in Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. In Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg wird an deren Errichtung gearbeitet. © kna/aerzteblatt.de

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