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Politik

Linke will Pflegekräfte durch Gehaltsanreize reaktivieren

Freitag, 30. August 2019

/dpa

Berlin – Zur Linderung des aktuellen Pflegenotstands hat sich der Bundeschef der Linke, Bernd Riexinger, für einen pauschalen Gehaltsaufschlag für Fachpersonal ausgesprochen.

„Während Ge­sund­heits­mi­nis­ter Spahn noch immer Fachkräfte aus aller Welt nach Deutschland holen will, werfen hier ausgebildete Pflegekräfte ihren Job im Schnitt nach fünf Jahren hin oder reduzieren ihre Stunden, weil sie die Arbeitsbedingungen nicht mehr ertragen können“, sagte Riexinger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Er schlage deshalb vor, allen Pflegekräften monatlich 500 Euro brutto mehr zu bezahlen.

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Der Politiker geht davon aus, dass es eine stille Reserve von 100.000 ausgebildeten Pfle­gekräften gibt, die aufgrund schlechter Bedingungen nicht in ihrem Beruf arbeiten. „Die müssen wir nur wieder reaktivieren. Das ist eine Frage von Arbeitsbedingungen und Personalschlüsseln, aber eben auch vom Gehalt.“

Einzelne Kliniken bezahlten bereits Aufschläge von mehreren 100 Euro – und würden damit bis jetzt vor allem anderen Häusern das Personal abwerben, so Riexinger. Wenn man die Menschen in großer Zahl zurück in den Pflegeberuf holen wolle, dürfe man nicht kleckern, dann müsse man klotzen.

„Klar ist: Einen Beruf wertet man nicht durch warme Worte auf, sondern durch bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen“, erklärte er. Die Linke bleibe weiterhin bei ihrer Forderung von 14,50 Euro Mindestlohn in der Altenpflege, so der Parteichef. „Au­ßer­dem wollen wir, dass perspektivisch niemand in der Altenpflege weniger als 3.000 Euro brutto verdient.“ © kna/aerzteblatt.de

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Avatar #106024
Mabued
am Sonntag, 1. September 2019, 22:10

Wie kann man den Pflegeberuf attraktiver machen

Vor 45 Jahren habe ich das Examen als Krankenpflegehelfer und danach als Krankenpfleger abgelegt und 45 Jahre bis zu meiner Rente an der gleichen Klinik mit sehr viel Freude gearbeitet – allerdings als Arzt - mit ca. 50 „Krankheitstagen“ während meiner dortigen Tätigkeit. Auf den Stationen und in den Funktionsbereichen gab es immer genügend Pflegepersonal und Ärzte. Durch falsche Anreize (z.B. Ausgleichzahlungen bei Krankheit) haben sich immer wieder die gleichen Pflegekräfte und Ärzte „krank gemeldet“ und so kam es zu unheimlichen Belastungen von Kräften, die dieses Verhalten nicht übernommen haben. Daher schlage ich vor, dass jede Pflegekraft, die am Arbeitsplatz erscheint, pro Tag 15-20 Euro zusätzlich erhält. So wird das Arbeiten attraktiv und man muss nicht immer wieder auf Leiharbeiter zurückgreifen.
Vor 45 Jahren waren 50% der Pflegeschüler Abiturienten – die Ursache war: Überbrückung der 6-jährigen Wartezeit auf einen Medizinstudienplatz. Als Examinierter Krankenpfleger auf Intensivstationen habe ich und andere Kollegen nach einer Einarbeitung ZVK´s gelegt, Therapieumstellungen vorgenommen und andere ärztliche Tätigkeiten unter Aufsicht durchführen können … das war sehr befriedigend und brachte einen unheimlichen Motivationsschub, zumal ich gerade auf solchen Stationen 8 Stunden die Patienten betreut habe und der Arzt 1 Minute bei der Visite mal vorbeigeschaut hat. Vor 20 Jahren wurden diese Vorgehensweisen von Pflegedienstleitungen unterbunden – von da ab kam es zur geistigen Retardierung des Pflegepersonals und deutlichen Zunahme der Krankheitstage an „meiner“ und anderen Kliniken.
LNS