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Politik

Pflegebeauftragter fordert flächendeckende Tariflöhne

Donnerstag, 20. Dezember 2018

/dpa

Berlin – Flächendeckende Tariflöhne in der Alten- und Krankenpflege fordert der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus. „Derzeit haben wir regionale Gehaltsunterschiede und auch ein Gehaltsgefälle zwischen Alten- und Krankenpflege von durchschnittlich 600 Euro monatlich“, kritisierte er in einem Interview mit der Zeitschrift ersatzkasse magazin. Das sei nicht einzusehen.

Westerfellhaus forderte eine gute Bezahlung für die „wertvolle Arbeit“ der Pflegekräfte. Steigende Kosten dürften aber „nicht nur an den unmittelbar betroffenen Pflegebe­dürftigen hängen bleiben“. Pflege gehe jeden an. „Kosten einer gesamtgesellschaft­lich so prägenden Aufgabe wie der Begleitung von Menschen im Alter und bei Krankheit müssen auf möglichst breite Schultern verteilt werden.“ Ob man das über Versicherungs­beiträge oder über Steuermittel mache, sei „vor allem eine Frage der Praktikabilität und des Bedarfs“.

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Angelegenheiten in die eigenen Hände nehmen

Nach Einschätzung des Bevollmächtigten vertreten die Pflegekräfte in Deutschland ihre Interessen inzwischen selbstbewusster. Wichtig sei aber, dass sie ihre Angelegen­heiten in die eigenen Hände nähmen. Westerfellhaus, der seit dem Frühjahr Pflegebevollmächtigter ist, hatte sich wiederholt für die Einrichtungen von Landespflegekammern und einer Bundes­pflege­kammer ausgesprochen.

Mit Blick auf Personalmangel in den Gesundheitsberufen sprach sich Westerfellhaus für eine neue Aufgabenverteilung zwischen Pflegekräften und Ärzten und größere Autonomie der Pflege aus. „Häufig sind Pflegekräfte abhängig von der Delegation eines Arztes, zum Beispiel bei der Versorgung chronischer Wunden, und dabei hat der Arzt in dem Bereich häufig gar nicht die Kompetenzen wie eine Pflegefachkraft“, kritisierte er. Zudem müsse mehr Gewicht auf die Prävention und die Rehabilitation gelegt werden.

Der Personalmangel in der Pflege lässt sich aus Sicht von Westerfellhaus nur begrenzt durch ausländische Fachkräfte lösen. Nötig seien bessere Karrierechancen, neue Arbeitszeitmodelle und Mitarbeitermotivation, mit denen Fachkräfte gehalten oder Teilzeitkräfte motiviert werden könnten, ihre Stundenzahl aufzustocken. „Zum Beispiel wissen manche Einrichtungsleiter nicht, dass es Dienstplanmodelle wie etwa ‚Drei Tage Arbeit, drei Tage frei’ gibt, die funktionieren und die Mitarbeiter wesentlich zufriedener machen.“ © kna/aerzteblatt.de

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