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Forscher geben Empfehlungen für die Stadtplanung der Zukunft

Montag, 4. November 2019

picture alliance/ZB/euroluftbild

Berlin – Es geht um Stress und die psychische Gesundheit von Menschen, die in Städten leben: Forscher verschiedener Disziplinen haben jetzt Regeln und Anregungen für die Konzeption gesundheitsfördernder urbaner Räume formuliert. Die „Charta der Neurourbanistik“ wurde jetzt unter Leitung der Charité – Universitätsmedizin Berlin veröffentlicht.

„Wer in der Stadt lebt oder aufgewachsen ist, hat ein höheres Risiko, psychisch zu erkranken“, erklärt Mazda Adli von der Arbeitsgruppe Neurourbanistik an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Campus Charité Mitte und Chefarzt der Fliedner Klinik Berlin. Das sei insbesondere für Schizophrenie, Depression und Angststörungen belegt. „Was unsere psychische Gesundheit in der Stadt belastet, ist die Gleichzeitigkeit von sozialer Dichte und sozialer Isolation“, so Fliedner.

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Die Charta zeigt für neun Handlungsfelder Lösungsansätze auf. Danach haben beispiels­weise öffentliche Räume eine wesentliche Bedeutung für unsere psychische Gesundheit. Hierzu gehören Bürgersteige, Parks, Spielplätze sowie Sport- und Kultur­­einrichtungen. Sie fördern den sozialen Zusammenhalt in der Stadt.

Wohnungsbau und Stadtplanung sollten zudem durch ihre gestalterische Qualität dazu beitragen, die Erfahrung von unkontrollierbarer Dichte zu verhindern. Auch Maßnahmen zur Teilhabe von Bürgern bei der Gestaltung des städtischen Raums erhöhen das Gefühl der Selbstwirksamkeit und wirken dadurch sozialem Stress entgegen.

Initiiert hat die Empfehlungen das Interdisziplinäre Forum Neurourbanistik, ein Zusammen­schluss von Experten der Stadtforschung, Neurowissenschaften, Soziologie, Philosophie und Geographie der Charité, der Humboldt-Universität zu Berlin und der Technischen Universität Berlin. Für seine Arbeit wurde das Forum 2018 als „Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen” im Innovationswettbewerb „Deutschland – Land der Ideen” geehrt. © hil/aerzteblatt.de

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