NewsThemenSchlafmedizinSchlafmediziner weisen auf Mangel an Schlaflaboren hin
Schlafmedizin

Schlafmedizin

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Schlafmediziner weisen auf Mangel an Schlaflaboren hin

Donnerstag, 20. Juni 2019

/dpa

Mainz – In Deutschland fehlen nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) Schlaflabore oder schlafmedizinische Ambulanzen. Die Wartezeiten seien sehr lang, sagte der DGSM-Vorsitzende Peter Young heute in Mainz.

Grund sei der Kostendruck im Gesundheitssystem, schlafmedizinische Leistungen würden nicht mehr so vergütet wie noch vor einigen Jahren. Morgen ist der „Aktions­tag Erholsamer Schlaf“, für den die Fachgesellschaft in diesem Jahr Mainz als Ort für Ver­anstaltungen ausgewählt hat.

Anzeige

Vielen Menschen und zahlreichen Ärzten sei die große Bedeutung guten Schlafes für die Gesundheit nicht bewusst, sagte Young. Man müsse ihn als wichtigen Aspekt des eigenen Lebens akzeptieren und pflegen. Wenn er zu wenig Raum bekomme, könne das zu seelischen und kör­per­lichen Erkrankungen führen und die Wahrscheinlichkeit beispielsweise von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Depressionen deutlich erhöhen.

Wieviel Schlaf ein Mensch pro Nacht benötige, sei individuell und genetisch festgelegt. Bei der Mehrheit seien es rund sieben Stunden, andere bräuchten fünf oder bis zu zehn Stunden. Förderlich seien regelmäßige Schlafzeiten.

Es gebe zwar keine optima­len epidemiologischen Daten, doch vieles deute darauf hin, dass die Zahl der Men­schen mit einer chronischen Durchschlafstörung (Insomnie) steige, sagte Young. Ver­mutlich seien es sechs bis sieben Prozent der Bevölkerung, quer durch alle Alters­gruppen und gesellschaftlichen Schichten.

Mittel der Wahl sei dann eine kognitive Verhaltenstherapie. Medikamente seien weni­ger zu empfehlen, weil sie selten eine dauerhafte Besserung brächten. Und doch grei­fen viele Menschen zu Schlaf- und Beruhigungsmitteln: 228 Millionen Euro werden nach Auskunft des Bundesverbands der Arzneimittelhersteller pro Jahr dafür in Deutschland ausgegeben.

Hinzu kämen Menschen mit Atemaussetzern im Schlaf, sagte Young. Auch das führe immer wieder zu einer Unterbrechung der Traum- und der Tiefschlafphase und min­dere den Erholungseffekt der Nachtruhe. Ein Zeichen für unerholsamen Schlaf seien mehrere Träume in einer Nacht, wenn derjenige nach den einzelnen Traumphasen immer wieder kurz wach sei. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS