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Medizin

Rückenlage in der Schwangerschaft erhöht Risiko auf Totgeburt

Mittwoch, 10. April 2019

Schwangere Frau schläft in Rückenlage /Rachwalski, stock.adobe.com
Da der Uterus bei einer Rückenlage die untere Hohlvene und die Aorta komprimiert, kann es zu einem Abfall der Herzleistung kommen. /Rachwalski, stock.adobe.com

Huddersfield/England – Schwangere, die im dritten Trimenon auf dem Rücken schlafen, haben ein deutlich erhöhtes Risiko auf eine Totgeburt. Dies zeigte eine Metaanalyse in EClinicalMedicine (2019; doi: 10.1016/j.eclinm.2019.03.014).

In der Spätschwangerschaft kann es bei einer Rückenlage durch das Gewicht des Feten zu einer Kompression der unteren Hohlvene und der Aorta kommen. Eine mögliche Folge ist eine Unterversorgung der Plazenta. Schwangeren wird deshalb seit längerem empfohlen, sich nicht in Rückenlage schlafen zu legen.

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Dieser Ratschlag wird häufig mit dem Argument ignoriert, dass die Schwangere in der Nacht regelmäßig ihre Position ändert. Das ist zwar richtig. Untersuchungen zeigen jedoch, dass die Position, die Menschen vor dem Einschlafen einnehmen, während der Nacht über die längste Zeit eingehalten wird.

Ein Team um Tomasina Stacey von der Universität Huddersfield in England hat jetzt noch einmal die epidemiologischen Daten in einer neuen Metaanalyse zusammengefasst. Die Autoren von 4 der 5 früheren Studien erklärten sich bereit, die Daten der Teilnehmerinnen zur Verfügung zu stellen. Eine Metaanalyse auf der Basis der individuellen Teilnehmerdaten vermeidet Ungenauigkeiten und gilt deshalb als Goldstandard.

Linke oder rechte Liegeseite irrelevant

Die neue Studie, die 851 Frauen nach Totgeburt und 2.257 Frauen mit intakter Schwangerschaft vergleicht, bestätigt die Bedeutung der Einschlafposition. Für die Rückenlage ermittelt Stacey eine adjustierte Odds Ratio von 2,63, die mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,72 bis 4,04 hochsignifikant war. Hochschwangere Frauen sollten deshalb versuchen, in Seitenlage zu schlafen, wobei es nach der neuen Untersuchung keinen Unterschied macht, ob sie auf der linken oder rechten Seite liegen.

Weitere Risikofaktoren für eine Totgeburt waren Parität, geringe Bildung, Körpergewicht und Rauchen. Frauen, die bereits 3- oder 4-mal schwanger waren, haben laut der Meta-Analyse ein um 67 % erhöhtes Risiko auf eine Totgeburt. Bei 5 oder mehr Schwangerschaften ist das Risiko mehr als verdoppelt (Odds Ratio 2,29). Schwangere mit Hauptschulabschluss erleiden zu 39 % häufiger eine Totgeburt als Hochschulabsolventinnen. Beim Body-Mass-Index steigt das Risiko mit jeder Einheit um 3 %. Rauchen erhöht das Risiko um 62 %.

Signifikante Risikofaktoren von Seiten des Kindes waren verminderte Bewegungen des Fötus (Odds Ratio 2,49) und eine für das Gestationsalter zu geringe Körpergröße (Odds Ratio  5,14).

© gie/aerzteblatt.de

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