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Medizin

Jedes siebte Baby weltweit zu leicht bei der Geburt

Donnerstag, 16. Mai 2019

/petunyia, stockadobecom

Köln – Jedes siebte Baby weltweit ist einer Studie zufolge bei der Geburt zu leicht. Mehr als 20 Millionen Neugeborene wurden 2015 mit einem niedrigen Geburtsgewicht von weniger als 2.500 Gramm geboren – dies war jedes siebte Baby, heißt es in einer heute veröffentlichten Studie des Londoner Instituts für Hygiene und Tropenmedizin, des UN-Kinderhilfswerks Unicef und der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) für 148 Länder im Fachmagazin The Lancet Global Health (2019; doi: 10.1016/S2214-109X(18)30565-5).

3 Viertel dieser Kinder kamen der Studie zufolge in Südasien und in afrikanischen Ländern südlich der Sahara zur Welt. Aber auch in wohlhabenden Ländern Europas, in Nordamerika, Australien und Neuseeland hat es demnach seit dem Jahr 2000 kaum Fortschritte bei der Verringerung des Anteils von Geburten mit niedrigem Geburts­ge­wicht gegeben.

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Mehr als 80 % der rund 2,5 Millionen Neugeborenen, die jedes Jahr sterben, haben der Studie zufolge ein niedriges Geburtsgewicht – entweder weil sie zu früh auf die Welt kamen oder weil sie zu klein waren. Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht leiden demnach unter einem höheren Risiko für Entwicklungsbeeinträchtigungen sowie Krankheiten im späteren Leben – darunter chronische Erkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Im Jahr 2012 hatten die 195 WHO-Mitgliedstaaten beschlossen, bis 2025 den Anteil der Geburten mit niedrigem Geburtsgewicht um 30 % zu verringern. Die neuen Schätzungen dokumentieren laut Unicef einen leichten Rückgang der weltweiten Häufigkeit von niedrigem Geburtsgewicht von 17,5 % im Jahr 2000 (22,9 Millionen Lebendgeburten) auf 14,6 % in 2015 (20,5 Millionen).

In ärmeren Ländern sei ein unzureichendes Wachstum im Mutterleib die häufigste Ursache für niedriges Geburtsgewicht, heißt es in der Studie. In stärker entwickelten Regionen hänge dieses oft mit einer Frühgeburt vor der 37. Schwangerschaftswoche zusammen.

Die Studienautoren riefen dazu auf, weltweit jedes Baby sofort nach der Geburt zu wiegen und besser zu versorgen. Mit Gesundheitsmaßnahmen wie Aufklärungskam­pagnen sollten die Ursachen für niedriges Geburtsgewicht bekämpft werden. 

Die Regierungen täten „zu wenig“, um niedriges Geburtsgewicht zu verringern, kriti­sierte die Hauptautorin der Studie, Hannah Blencowe, vom britischen Institut für Hy­gie­ne und Tropenmedizin. „In den vergangenen 15 Jahren gab es nur sehr geringe Fortschritte – sogar in wohlhabenden Ländern, wo ein niedriges Geburtsgewicht häufig mit dem Alter der Mutter, Rauchen sowie unnötigen Kaiserschnitten oder Fruchtbarkeitsbehandlungen zusammenhängen, die das Risiko von Mehrlingsge­burten nach sich ziehen.“

Ausgewertet wurden die Daten zu 281 Millionen Geburten. Einen der niedrigsten An­teile an Babys mit niedrigen Geburtsgewicht wurde für Schweden geschätzt (2,4 %). In den Industrieländern lag der Anteil insgesamt bei 7 %, darunter Deutschland (6,6 %), England (7 %) und USA (8 %).

Südasien und die afrikanischen Länder südlich der Sahara verzeichnen den größten Fortschritt. Der Anteil der betroffenen Neugeborenen sank zwischen 2000 und 2015 um 1,4 beziehungsweise um 1,1 %.

Trotzdem sei – vor allem durch das Bevölkerungswachstum – die Zahl der Kinder mit geringem Geburtsgewicht in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara von 4,4 auf 5 Millionen Babys gestiegen. In Südasien kamen 2015 die meisten Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht zur Welt (8,8 Millionen). © afp/aerzteblatt.de

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