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Ärzteschaft

Starke Raucherinnen stoppen Zigarettenkonsum in Schwangerschaft oft nicht

Mittwoch, 29. Mai 2019

/Daisy Daisy, stockadobecom

München – Viele starke Raucherinnen schafften es nicht, in der Schwangerschaft die Zigarettenmenge zu reduzieren oder das Rauchen aufzugeben. Darauf hat der Be­rufsverband der Frauenärzte (BVF) anlässlich des Weltnichtrauchertages am 31. Mai hingewiesen.

Der Berufsverband bestätigt damit Studienergebnisse aus Kalifornien. Danach schafft es nur eine von vier Raucherinnen, während der Schwangerschaft vollständig auf das Rauchen zu verzichten. Die Studie ist im April 2019 im Journal of the American Medi­cal Association erschienen (JAMA, doi 10.1001/jamanetworkopen.2019.2514).

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„Den Gelegenheitsraucherinnen gelingt es häufiger, mit dem Rauchen aufzuhören. Aber die Kettenraucherinnen bleiben in ihrer Abhängigkeit gebunden, rauchen meis­tens genauso stark weiter wie vorher und fügen sowohl sich selbst als auch ihrem Baby Schaden zu“, berichtet BVF-Präsident Christian Albring.

Er betone, in diesen Fällen sei Hilfe von außen gefragt, zum Beispiel Entwöhnungs­pro­gramme für Raucherinnen. Außerdem sollte die Schwangere an der Arbeitsstelle, durch Freunde und Familie unterstützt werden. Der einzig erfolgversprechende Weg sei dabei ein Rauchstopp, am besten zusammen mit dem Partner.

Laut dem Berufsverband ist es auch in der Mitte oder dem Ende der Schwangerschaft noch lohnend, das Rauchen aufzugeben. „Jede einzelne nicht gerauchte Zigarette ist ein Gewinn“, betont Albring.

Dass auch Erkrankungen, die auf den ersten Blick scheinbar nichts mit dem Rauchen zutun haben, durch den Tabak einen ungünstigeren Verlauf nehmen können, meldet heute die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh).

Die Fachgesellschaft nennt in diesem Zusammenhang den Morbus Bechterew, eine entzündliche Erkran­kung in den Gelenken der Wirbelsäule, die meist im jüngeren Erwachsenenalter beginnt.

Rauchende Patienten leiden laut DGRh unter stärkeren Rückenschmerzen und die drohende Versteifung der Wirbelsäule schreitet bei ihnen schneller voran. Ein Rauch­stopp sei deshalb fester Bestandteil der Therapie.

Einer Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts YouGov unter 2.068 Personen zufolge sind 14 Prozent der Bundesbürger überzeugte Raucher, die nichts daran ändern möchten. Zwölf weitere Prozent der Bundesbürger würden gerne aufhö­ren zu rauchen, haben es aber bisher nicht geschafft.

31 Prozent der Bundesbürger haben laut der Umfrage noch nie geraucht. Bei jungen Leuten ist dieser Anteil besonders hoch: 48 Prozent der Befragten bis 34 Jahre sagen, dass sie schon immer Nichtraucher waren. © hil/aerzteblatt.de

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