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Bezeichnung „Kinderwunsch-Tee“ ohne wissenschaftlichen Nachweis unzulässig

Donnerstag, 4. Juli 2019

/picture alliance

Köln – Die Bezeichnung „Kinderwunsch-Tee“ für einen Kräutertee ist unzulässig, wenn der Vertreiber die empfängnisfördernde Wirkung des Getränks nicht wissenschaftlich nachweisen kann. Dies entschied das Oberlandesgericht (OLG) Köln in einem Rechts­streit zwischen einem Wettbewerbsverband und einem Lebensmittelunternehmen, wie ein Gerichtssprecher heute mitteilte. Das OLG bestätigte damit eine Entscheidung des Landgerichts, das der Klage des Wettbewerbsverbandes stattgegeben hatte (Az. 6 U 181/18).

Das beklagte Lebensmittelunternehmen wirbt nach Gerichtsangaben für seinen „Kin­derwunsch-Tee“ mit der Aussage, der Tee enthalte in der „Erfahrungsheilkunde“  an­ge­wendete Pflanzenstoffe zur Harmonisierung des Zyklus und damit zur Förderung des Eisprungs. Weiter heißt es in demnach in der Werbung: „Lemongras wirkt entspannend auf den Körper und baut Stress ab, so dass man sich ganz auf die Schwangerschaft einlassen kann. Zitronenverbene und Basilikum werden eine luststeigernde Wirkung nachge­sagt.“

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Der Wettbewerbsverband hatte beantragt, dem Unternehmen die Bezeichnung „Kin­derwunsch-Tee“ und die entsprechende Werbung dafür zu verbieten. Dem schloss sich der OLG-Senat an: Der Vertreiber des Getränks habe gesundheitsbezogene An­gaben bezüglich eines Lebensmittels gemacht, die er nicht auf allgemein anerkannte wissenschaftliche Nachweise stützen könne, befanden die Richter.

Die Werbung sei so zu verstehen, dass der Tee Probleme, die einer Empfängnis im Wege stünden, lindere und so die Empfängnis ermögliche. Solche gesundheitsbe­zogenen Angaben seien jedoch nur zulässig, wenn sie auf allgemein anerkannte wissenschaftliche Nachweise gestützt und dadurch abgesichert seien. Einen solchen Nachweis habe das Lebensmittelunternehmen aber nicht vorgelegt. Die Revision gegen sein Urteil ließ der OLG-Senat nicht zu. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #687997
Pro-Natur
am Freitag, 5. Juli 2019, 19:08

Erfahrungsheilkunde benötigt keine Studien

Für eine Teemischung gibt es keine Studien. Wer soll diese Studien in Auftrag geben und bezahlen? Das sagt nichts über die Wirksamkeit. Jahrhunderte des Gebrauchs, alt überliefertes Wissen -- eben Erfahrung -- sollten reichen. Vor allem ist ein Tee eine sanfte Medizin ohne Nebenwirkungen. Wenn die Kräuter nicht gerade mit Schwermetallen belastet sind, können Mann und Frau den Versuch starten, einen solchen Tee trinken und schauen, ob eine Schwangerschaft sich anmeldet. Dies sollten alle Paare machen, bevor sie eine radikale Behandlung vom Arzt in Erwägung ziehen. Glauben Sie wirklich, dass der Wettbewerbsverband von allein aus dem Quark gekommen ist?
Avatar #560064
nocure
am Freitag, 5. Juli 2019, 07:56

Angst?

@Pro-natur, warum Ärzte? Der Wettbewerbsverband klagte...... Zudem hat er recht, es gibt nun einmal keine Daten!
Avatar #687997
Pro-Natur
am Donnerstag, 4. Juli 2019, 20:10

Peinlich aber wahr

Haben Ärzte denn Angst, dass ein Tee Frauen zu einer Schwangerschaft verhelfen könnte, so dass ihre teure, aggressive Behandlungen überflüssig werden? Das sollten sie auch, weil ein Tee soetwas bewirken kann. Der Rezeptur nach klingt der Tee lecker; Lemongras entgiftet auch gut. Darauf zu achten wäre, eine einwandfreie Qualität der Heilkräuter -- am Besten aus einer Apotheke, die westliche Heilkräuter führt und den Tee nach Rezept für Sie mischt.
LNS