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Erhalt der Geburtenstation bei Übernahme des Krankenhauses Crivitz unklar

Mittwoch, 3. Juni 2020

/picture alliance, Jens Büttner

Parchim – Bei einer möglichen Übernahme des Krankenhauses Crivitz durch den Land­kreis Ludwigslust-Parchim ist noch unklar, ob die Geburtenstation erhalten bleibt. Ein me­dizinisches Konzept, wie das Krankenhaus konkret bei einer Übernahme aussehen könnte, solle in den kommenden Monaten erarbeitet werden, sagte Landkreissprecher Andreas Bonin gestern.

Der Landkreis hatte Interesse am Kauf der Klinik angemeldet. Darüber soll der Kreistag morgen abstimmen. Sofern dieser zustimmt, soll das Krankenhaus laut Beschlussvorlage am 1. Januar 2021 vom Landkreis übernommen werden. Die Verkaufsverhandlungen könnten laut Bonin bis zum Monatsende abgeschlossen sein.

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Der Konzern Mediclin steht wegen der Schließung der Gynäkologie und Geburtshilfe in Crivitz stark in der Kritik. Der Mutterkonzern Asklepios plant, die Geburtshilfe im rund 20 Kilometer entfernten Parchim zu konzentrieren, wo er ein Krankenhaus betreibt.

Ende vergangener Woche wurde bekannt, dass die umstrittene Schließung der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe in dem Krankenhaus bereits zwei Wochen früher als ange­kündigt greifen soll. Der gesamte Bereich werde vom 13. Juni bis zur Schließung am 30. Juni aufgrund von Personalausfällen komplett von der Versorgung abgemeldet, hatte das Unternehmen mitgeteilt.

Laut Beschlussvorlage des Kreistages gewährleistet das Crivitzer Krankenhaus die Grund- und Regelversorgung. Mit Stand 2018 bestand die Klinik aus 74 Patientenbetten. Mehr als 90 Prozent aller Patienten kamen demnach aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim und der Landeshauptstadt Schwerin. Insgesamt seien mehr als 2.500 Fälle behandelt worden.

Die Auslastung lag den Angaben zufolge 2018 am höchsten in der Inneren Medizin mit 98,1 Prozent, am niedrigsten war sie in der Chirurgie mit etwa 47 Prozent. In der Be­schluss­vorlage wird der Landrat unter anderem gebeten, für mögliche Umstrukturie­rungs­maßnahmen Fördermittel des Landes zu beantragen. Wie hoch diese konkret sind, nannte der Landkreis zunächst nicht.

Ebenfalls wurde in dem Papier auf die Nachteile des Krankenhauses hingewiesen. Derzeit befänden sich sämtliche Sanitärzellen außerhalb der Patientenzimmer, und es gebe einen hohen Anteil an Vierbettzimmern. In den vergangenen Jahren seien zudem durchgängig Verluste erwirtschaftet worden. © dpa/aerzteblatt.de

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