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Medizin

Mifepriston plus Misoprostol mit besseren Behandlungs­ergebnissen bei Missed Abortion

Dienstag, 15. September 2020

/dpa

Birmingham – Eine Vorbehandlung mit Mifepriston hat in einer randomisierten Studie die Erfolgsrate einer Behandlung der verhaltenen Fehlgeburt („Missed Abortion“) mit Misoprostol deutlich verbessert.

Die im Lancet (2020; DOI: 10.1016/S0140-6736(20)31788-8) vorgestellten Ergebnisse sollten nach Ansicht der Autoren einen neuen Therapiestandard etablieren.

Jede vierte Schwangerschaft endet in einer Fehlgeburt. Normalerweise kommt es zu einer spontanen Ausstoßung des abgestorbenen Embryos. Wenn diese unterbleibt, liegt eine verhaltene Fehlgeburt („Missed Abortion“) vor.

Sie wird meist bei einer Routineuntersuchung der Schwangeren festgestellt. In der Regel wird 1 bis 2 Wochen abgewartet, ob es nicht doch noch zu einem Spontanabort kommt. Wenn nicht, wurde in der Vergangenheit eine Ausschabung durchgeführt.

Der „Management of Early Pregnancy Failure Trial“ hat vor 15 Jahren gezeigt, dass sich durch die vaginale Applikation des synthetischen Prostaglandins Misoprostol, die das Myometrium zu Kontraktionen veranlasst, häufig eine Ausstoßung des Embryos erzielen und damit eine Operation vermeiden lässt (NEJM, 2005; DOI: 10.1056/NEJMoa044064).

Vor 2 Jahren konnten US-Gynäkologen in einer offenen Studie zeigen, dass eine Vorbe­handlung mit Mifepriston die Erfolgsrate weiter erhöht (NEJM, 2018; DOI: 10.1056/NEJMoa1715726). Der Antagonist des Schwangerschaftshormons Progesteron löst die Gebärmutterschleimhaut und entspannt den Gebärmuttermund, was die Austrei­bung nach der Misoprostolgabe erleichtert.

Die britische „MifeMiso“-Studie hat die Vorbehandlung mit Mifepriston jetzt in einer größeren placebokontrollierten Studie mit einer ausschließlichen Misoprostolgabe verglichen, die in der Studie vaginal, oral oder sublingual erfolgte.

An 28 Kliniken wurden 711 Frauen, bei denen in den ersten 14 Wochen im Schwanger­schaft per Ultraschall eine „Missed Abortion“ diagnostiziert worden war, auf eine Kombi­na­tion mit Mifepriston plus Misoprostol oder auf eine ausschließliche Misoprostolgabe randomisiert. Primärer Endpunkt war die fehlende Ausstoßung des Gestationssacks in den ersten 7 Tagen nach der Behandlung.

Wie das Team um Adam Devall von der Universität Birmingham jetzt berichtet, führte die Kombinationsbehandlung nur bei 59 von 348 Frauen (17 %) nicht zum Ziel gegenüber bei 82 von 348 Frauen (24 %) in der Placebo plus Misoprostolgruppe. Die Risk Ratio von 0,73 war mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,54 bis 0,99 signifikant. Der Anteil der Frauen, die einen chirurgischen Eingriff benötigten, wurde von 25 auf 17 % gesenkt (Risk Ratio 0,71; 0,53 bis 0,95).

Da die Vorbehandlung mit Mifepriston gut vertragen wurde – die Inzidenz unerwünschter Ereignisse war in beiden Gruppen gleich – spricht sich der Editorialist Kurt Barnhart von der Perelman School of Medicine in Philadelphia dafür aus, die Kombination zur neuen Standardtherapie bei einer Missed Abortion zu erklären. © rme/aerzteblatt.de

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