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Medizin

Studie: Postpartale Depression kann 3 Jahre andauern

Mittwoch, 11. November 2020

/tiagozr, stockadobecom

Bethesda/Maryland – Jede vierte Frau entwickelt nach der Geburt eines Kindes eine postpartale Depression, die sich nicht immer in den ersten Wochen bemerkbar macht. Eine prospektive Beobachtungsstudie in Pediatrics (2020; DOI: 10.1542/peds.2020-0857) zeigt, dass das „mentale Tief“ bis zu 3 Jahre anhalten kann.

Die Upstate KIDS-Studie begleitet seit 2008/10 eine Gruppe von 5.034 Müttern aus dem Staat New York seit der Geburt ihrer 6.171 Kinder. Die Mütter füllten nach 4, 12, 24 und 36 Monaten einen Fragebogen aus, der sich nach ihrem mentalen Befinden erkundigte. Die Auswertung von Diane Putnick vom National Institute of Child Health and Human Development (NICHD) in Bethesda/Maryland ergab jetzt, dass 25,3 % der Frauen nach der Geburt unter depressiven Störungen litten.

Nicht bei allen Frauen waren diese Störungen in den ersten Monaten nach der Geburt zu erkennen. Putnick ermittelt insgesamt 3 weitere Verlaufsformen (Trajektorien): Bei 8,2 % der Mütter waren die Symptome zu Beginn schwach, verstärkten sich allerdings im Verlauf der Zeit. In der zweiten Trajektorie, die bei 12,6 % der Frauen vorlag, kam es nach mittelstarken Beschwerden mit der Zeit zu einer Verbesserung. Bei den übrigen 4,5 % zeigten sich gleich nach der Entbindung ausgeprägte Symptome, die sich im weiteren Verlauf bestehen blieben.

Ältere Mütter und solche mit einer Hochschulausbildung erholten sich rascher von den postpartalen Depressionen. Bei Müttern mit einer mentalen Störung in der Vorgeschichte oder der Diagnose eines Schwangerschaftsdiabetes kam es dagegen häufiger zur Persistenz der Symptome.

Die American Academy of Pediatrics (AAP) rät den Kinderärzten derzeit, die Mütter 1, 2, 4 und 6 Monate nach der Geburt auf Zeichen einer postpartalen Depression hin zu unter­suchen. Nach Ansicht von Putnick sollte die Screeningperiode auf 2 Jahre ausgeweitet werden, um keine Erkrankungen zu übersehen. © rme/aerzteblatt.de

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