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MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Sekundärprophylaxe zerebrovaskulärer Ereignisse: Beim Erreichen niedriger LDL-Cholesterin-Zielwerte erhöht sich der protektive Effekt

Siegmund-Schultze, Nicola

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Foto: SciePro/stock.adobe.com
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Patienten mit Arteriosklerose wird nach einem Schlaganfall empfohlen, regelmäßig Statine einzunehmen. Die Lipidsenker verringern die Inzidenz Arteriosklerose-bedingter Schlaganfälle. Allerdings fehlten bislang aussagekräftige Daten zur Frage, wie weit der Cholesterinwert abgesenkt werden sollte. Diese Lücke schließt eine prospektive Studie von Forschern aus Frankreich und Südkorea.

Sie randomisierten Patienten mit ischämischem Schlaganfall in den letzten 3 Monaten oder mit transienter ischämischer Attacke in den letzten 15 Tagen in 2 Gruppen von Zielwerten einer Statintherapie (Ezetimib): LDL-Cholesterol-Werte von < 70 mg/dL (1,8 mmol/L) oder einen Zielwert im Bereich von 90–110 mg/dL (2,3–2,8 mmol/L). Bei allen Teilnehmern war eine zerebrovaskuläre und/oder koronararterielle Arteriosklerose diagnostiziert worden, das Basis-Cholesterol betrug durchschnittlich 135 mg/dL.

Der primäre Endpunkt setzte sich zusammen aus Major Cardiovascular Events (MACE) wie ischämischer Hirninfarkt, Myokardinfarkt, erneute Revaskulationstherapien oder kardiovaskulär bedingter Tod. Die Daten von 2 860 Patienten mit 1:1-Verteilung auf die beiden Gruppen wurden eingeschlossen und median 3,5 Jahre beobachtet.

Der durchschnittliche LDL-Wert sank in Gruppe 1 auf 65 mg/dL und in Gruppe 2 auf 96 mg/dL. Die Studie wurde nach 277 von 385 erwarteten Endpunktereignissen abgebrochen. In der Gruppe mit den unteren Zielwerten traten bei 8,5 % der Patienten MACE auf und in der Gruppe mit dem höheren Zielwertbereich in 10,9 % (adjustierte Hazard Ratio: 0,78; p = 0,04). Die Inzidenzen zerebraler Blutungen und eines neu aufgetretenen Diabetes differierten nicht wesentlich zwischen den beiden Gruppen.

Fazit: „Aus dieser Studie folgt, dass bei Schlaganfallpatienten mit Arteriosklerose der LDL-Cholesterinwert auf unter 70 mg/dL gesenkt werden sollte, um das Risiko für einen erneuten Hirninfarkt oder kardiovaskuläre Ereignisse effektiv zu reduzieren“, erläutert Prof. Dr. med. Armin Grau, Direktor der Neurologischen Klinik mit Stroke Unit am Klinikum Ludwigshafen, Vorsitzender der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft. „Wir raten den Patienten dringend, die Medikamente wirklich regelmäßig einzunehmen, denn nur dann können sie vor schweren, auch tödlichen Ereignissen gut schützen.“

Dr. rer. nat. Nicola Siegmund-Schultze

Amarenco P, Kim JS, Labreuche J, et al.: A comparison of two LDL cholesterol targets after ischemic stroke. N Engl J Med 2020; 382: 9–19.

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