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Forscher: Hyalomma-Zecke überträgt Fleckfieber in Deutschland

Mittwoch, 14. August 2019

Die Zecken „Gemeiner Holzbock“ (links) und „Hyalomma marginatum“ liegen zum Größenvergleich nebeneinander. /dpa

Stuttgart – Erstmals soll in Deutschland ein Mensch durch den Stich einer tropischen Riesenzecke an Fleckfieber erkrankt sein. In der Zecke, die den Mann gestochen hatte, sei der betreffende Erreger nachgewiesen worden, teilte die Universität Hohenheim heute mit. Ein Pferdehalter aus Nordrhein-Westfalen hatte sich Ende Juli durch eine Hyalomma-Zecke angesteckt. Er konnte erfolgreich mit Antibi­otika behandelt werden.

„Damit wissen wir jetzt nicht nur sicher, dass die Hyalomma-Zecke auch Menschen sticht“, sagte Ute Mackenstedt, Parasitologin an der Universität Hohenheim. Nun sei auch deut­lich, dass eine Übertragung des Zecken-Fleckfiebers durch die Tiere möglich sei.

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Der Fall des Pferdehalters wird aber offiziell als Verdachtsfall behandelt, weil ein Direkt­nachweis des Erregers am Patienten nach Angaben der Experten nicht möglich gewesen sei. Den­noch sind sie sich sicher, dass es sich bei dem Fall um Zecken-Fleckfieber han­delt.

Fleck­fieber führt beim Menschen zu Hautausschlag und dem Gefühl erhöhter Tem­peratur, zu Kopf- und Muskelschmerzen und extremen Gelenkschmerzen. Nach Angaben des Ro­bert-Koch-Instituts ist Fleckfieber eine in Deutschland höchst selten auftretende Krank­heit.

Die Zahl gefundener Hyalomma-Zecken ist in Deutschland in den vergangenen Monaten und im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. „2019 haben wir zusammen bis jetzt schon 50 Exemplare in Deutschland gefunden. Letztes Jahr waren es insgesamt 35“, sagt Mackenstedt. Von den 2019 gefundenen Exemplaren trägt laut Mackenstedt fast jede zweite den Fleckfieber-Erreger in sich.

Die Hyalomma-Zecken stammen aus den Trocken- und Halbtrockengebieten von Afrika, Asien und Südeuropa – von Spanien über Italien bis zur Türkei. Von den hiesigen Zecken wie etwa dem Gemeinen Holzbock kann man sie leicht unterscheiden: Sie sind mit bis zu zwei Zentimeter Länge wesentlich größer und haben auffällig gestreifte Beine.

Die Hyalomma-Zecken können auch gefährlichere Erreger übertragen, darunter jenes Virus, das das Krim-Kongo-Fieber verursacht, das mit schweren Blutungen einhergehen kann. Im vergangenen Jahr wurden 18 Exemplare aus acht Bundesländern (Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Berlin und Schleswig-Holstein) eingeschickt und untersucht, weitere 17 Zecken waren aufgrund von Bildern eindeutig als Hyalomma-Zecken zu erkennen gewesen. Keine der untersuch­ten Zecken trug den Erreger des Krim-Kongo-Hämorrhagischem Fiebers in sich.

Weiter dominant bleibe in jedem Fall der Holzbock als heimische Zeckenart, sagte Ma­cken­stedt. Die von ihm übertragenen Erreger können Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) auslösen. Während die normalen Zecken nicht einfach zu sichten seien, sobald sie sich am menschlichen Körper festkrallten, spüre der Mensch den Angriff der Hyalomma-Zecke, sagte Mackenstedt. © dpa/aerzteblatt.de

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j.g.
am Mittwoch, 14. August 2019, 23:07

Liebe Redaktion,

lesen Sie eigentlich auch das Ärzteblatt? Nein?, dann würde Ihnen nämlich auffallen, daß Sie bei der Beschreibung dieser zugewanderten Zecke keine Größenmitteilung gemacht haben, kein Zentimetermaß in die Abbildung projiziert.
Kein Einzelfall, sondern notorische Unterlassung bei Alarmmeldungen von kleinen Tierchen.
Bitte etwas mehr Fleiß bei der Recherche.
LNS