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Antikörperstudie im Fußball soll bei „Dunkelziffer“ helfen

Montag, 29. Juni 2020

Tim Meyer, Chefmediziner des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und Leiter der „Task Force Sportmedizin/Sonder-spielbetrieb“ der Deutschen Fußball Liga (DFL). /picture alliance, Guido Kirchner

Saarbrücken – Eine Antikörperstudie bei den Bundesligaprofis soll zu einer Beant­wortung der Dunkelziffer bei den Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 in Deutschland bei­tragen. Die Studie soll nach dem Abschluss der Bundesliga- und Zweitligasaison am Wochenende möglichst rasch ausgewertet werden.

„Die Ergebnisse sollen danach schnell der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Wir haben da eine Stichprobe von mehr als 1.000 Menschen, die sich bundesweit verteilen“, berichtet Tim Meyer (52), Chefmediziner des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und Leiter der Taskforce, die das Hygienekonzept für den Geisterspielbetrieb der Deutschen Fußball Liga erarbeitete.

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Meyer betonte, es gebe stets die Frage nach der Größe der Dunkelziffer. Man sehe täglich die Zahlen des Robert Koch-Institutes mit den aktuell bestätigten Neuinfektionen. Das seien diejenigen, die offiziell auf das Virus diagnostiziert worden seien.

„Wir wissen aber nicht, wie viele Menschen sich wirklich infiziert haben, weil vermutlich viele symptomfrei geblieben sind“, schildert Meyer den Ansatz für die Studie. Es gebe zwar Untersuchungen an beschwerdefreien Menschen, „aber die sind häufig an einem Ort, einem Hotspot“. Die Stichprobe der Bundesliga und 2. Bundesliga sei dagegen eine bundesweite und da­mit flächendeckender als andere.

„Wenn wir wissen, wie viele Menschen aus einer großen Stichprobe Antikörper-positiv sind, sich also bereits mit dem Virus auseinandergesetzt haben, dann können wir besser abschätzen, wie hoch die Infektionszahlen wirklich sind“, erläutert der Nationalmann­schafts­arzt.

Man könne somit bessere Aussagen zum Durchseuchungsgrad der Bevölkerung treffen. Spieler, Trainer und Betreuer sind in den Wochen des Geisterspielbetriebs regelmäßig auf das Coronavirus getestet worden. In dieser Phase mussten sie besonders strenge Hygie­ne­vorschriften befolgen.

Meyer verweist aber gerade auf die Zeit davor. „Vorher haben auch sie in Bezug auf die Ansteckungsgefahr relativ normal gelebt, und die erste Blutentnahme erfolgte ganz zu Beginn des Mannschaftstrainingsbetriebes. Außerdem war in unsere Untersuchung ein größerer Kreis inkludiert - neben Spielern auch eine erhebliche Anzahl an Betreuern.“ Mit der Studie wolle „der Profifußball der Bevölkerung für den Vertrauensvorschuss etwas zurückgeben“. © dpa/aerzteblatt.de

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