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Ausland

Britische Coronavariante in mehr als jeder vierten Probe in Dänemark

Montag, 15. Februar 2021

Ein Schild weist vor einem dänischen Kindergarten darauf hin, Abstand zu halten./ picture alliance, Steffen Trumpf

Kopenhagen – Die zunächst in England aufgetretene Variante des Coronavirus findet sich in Dänemark mittlerweile in mehr als jeder vierten analysierten Coronaprobe. Das geht aus vorläufigen Zahlen des dänischen Gesundheitsinstituts SSI hervor.

Demnach wurde die Variante B.1.1.7 in 28,5 Prozent der bis zum vergangenen Freitag sequenzierten Stichproben aus der ersten Februarwoche nachgewiesen. Zum Vergleich: In der Woche davor lag der Anteil noch bei vorläufig 20,3 Prozent, zum Jahreswechsel lediglich bei 2,1 Prozent. Die Zahlen werden laufend aktualisiert und können sich somit noch ändern.

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Erstmals war die britische Virusvariante in Dänemark in Stichproben vom 14. November nachgewiesen worden. Laut SSI herrscht Einigkeit darüber, dass die Mutante ansteckender ist als andere Typen des Coronavirus SARS-CoV-2. Die Sorge vor Varianten wie dieser ist auch der Hauptgrund dafür, warum beim nördlichsten deutschen Nachbarn trotz rückläufiger Coronazahlen weiter strikte Lockdownmaßnahmen gelten.

Bisher wurde B.1.1.7 bei 1859 Menschen in Dänemark nachgewiesen. Sie wurde in 5,4 Prozent der bisher sequenzierten Stichproben entdeckt. Das SSI schätzt, dass B.1.1.7 vermutlich noch im Laufe des Februars die dominierende Virusvariante sein wird.

In Italien soll laut einer Schätzung des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums derzeit fast jede fünfte Coronainfektion auf die britische Variante zurückzuführen sein. Im Schnitt seien es nach einer Stichprobenanalyse lan­des­weit rund 17 Prozent der Infektionen, teilte das Ministerium mit.

Auch in den USA wächst der Anteil von B.1.1.7 am Infektionsgeschehen. Im Laufe des nächsten Monats werde die Variante „fast sicher“ in vielen Bundesstaaten die vorherrschende werden, heißt in einer kürzlich präsentierten US-Studie.

In Deutschland wird für kommende Woche mit den Ergebnissen einer weiteren Erhebung zur Verbreitung ansteckenderer Coronavarianten gerechnet. „Wir erwarten einen Anstieg des Variantenanteils“, hieß es vom Robert-Koch-Institut (RKI). Vor einer Woche hatte das RKI einen ersten Bericht vorgelegt, wonach B.1.1.7 in einer Stichprobe mit rund 30.000 Proben knapp sechs Prozent der Fälle ausmachte.

Aus Sorge vor mutierten Varianten verschärft Dänemark noch diese Woche seine Einreisevorschriften für Men­schen aus den Grenzgebieten. Wer aus Schleswig-Holstein oder den südschwedischen Grenzregio­nen nach Dänemark einreisen möchte, muss ab Mittwoch neben einem triftigen Einreisegrund auch ei­nen maximal 72 Stunden alten negativen Coronatest vorweisen können.

Das gilt unter anderem auch für Grenzgänger, die ihren Arbeitsplatz oder Wohnsitz in den Gebieten ha­ben, teilte die dänische Regierung heute mit. Bislang hatte für die Einwohner der Grenzgebiete ein maxi­mal sieben Tage alter negativer Coronatest gereicht.

Die dänischen Ministerien für Justiz und Gesundheit begründeten den Schritt mit einem in den Grenzge­bieten erhöhten Risiko der Ausbreitung der zunächst in Südafrika aufgetauchten Variante. „Es ist wichtig, dass Leute, die im Grenzland wohnen und arbeiten, die Grenze überqueren können“, erklärte Gesund­heits­minister Magnus Heunicke. „Es ist aber auch wichtig, Dänemark gegen Virusvarianten zu beschüt­zen, die eine größere Unsicherheit in der Epidemie schaffen können.“

Die dänischen Grenzen sind für die meisten Ausländer seit längerem weitgehend dicht. Für Menschen außerhalb der Grenzgebiete gilt, dass sie nur ins Land kommen, wenn sie einen triftigen Einreisegrund und einen höchstens 24 Stunden alten negativen Coronatest vorweisen können. Weil die deutsch-däni­schen und dänisch-schwedischen Gebiete eng miteinander verwurzelt sind und viele Pendler auf der jeweils anderen Grenzseite arbeiten, sind die Auflagen für diese Regionen nicht ganz so streng wie für andere. © dpa/aerzteblatt.de

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