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Medizin

SARS-CoV-2: Variante CAL.20C aus Südkalifornien breitet sich rasch aus

Montag, 15. Februar 2021

/jroballo, stock.adobe.com

Los Angeles – Die Variante CAL.20C, die für einen Anstieg der Erkrankungen in Südkalifornien verantwortlich gemacht wird, hat sich in mindestens 6 weitere Länder ausgebreitet. Die Variante verfügt laut einem Bericht im Amerikanischen Ärzteblatt (JAMA, 2021; DOI: 10.1001/jama.2021.1612) über 5 Mutationen, davon 3 im Spikeprotein.

Sorgen bereitet Mitarbeitern des National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) in einem Editorial (JAMA, 2021; DOI: 10.1001/jama.2021.2088) vor allem die Mutation L452R, die sich in der Rezeptor­bindungsstelle befindet und möglicherweise zu einem Immun-Escape führen könnte.

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Die Variante CAL.20C war erstmals im Juli 2020 in einer einzigen Probe im Bezirk Los Angeles entdeckt worden. Sie wurde vorübergehend nicht mehr nachgewiesen, tauchte dann im Oktober in Südkalifornien erneut auf. Im November und Dezember breitete sie sich dann rasch aus.

Derzeit ist sie laut Jasmine Plummer vom Cedars-Sinai Center in Los Angeles für fast die Hälfte der bestätigten Infektionen in der Region verantwortlich. Das Virus habe sich außerdem auf 19 Bundes­staaten plus die Hauptstadt Washington ausgebreitet.

Außerhalb der USA wurde CAL.20C bereits in Australien, Dänemark, Großbritannien, Israel, Neuseeland und Singapur nachgewiesen. Plummer vermutet, dass die Variante über den Los Angeles International Airport verbreitet wurde, dem gemessen an den Passagierzahlen zweitgrößten Flughafen des Landes. Dort wurden im November und Dezember trotz Pandemie noch 2 Millionen Passagiere abgefertigt. Zu den wichtigsten Destinationen zählten Australien und Neuseeland, was für Plummer das Auftreten der neuen Varianten in den Ländern erklärt.

Die Variante CAL.20C unterscheidet sich von dem derzeit in den USA am weitesten verbreiteten Stamm 20c durch 5 Mutationen, von denen sich 2 (I4205V und D1183Y) auf den Genen für die Replikasepoly­proteine befinden, die das Virus für die Vermehrung in den Zellen benötigt. Die anderen 3 Mutation (S13I, W152C und L452R) sind auf dem Gen für das Spikeprotein lokalisiert.

L452R befindet sich an der Rezeptorbindungsstelle und könnte die Bindung bestimmter therapeutischer monoklonaler Antikörper beeinflussen, schreibt ein Team um Anthony Fauci, dem Leiter des US-National Institute of Allergy and Infectious Diseases im Editorial.

Tatsächlich gehört L452R zu den Mutationen, die in einer früheren labormedizinischen Studie in Cell (2020; DOI: 10.1016/j.cell.2020.07.012) die Neutralisierung durch Antikörper von rekonvaleszenten Personen herabgesetzt hat. Ob dies auch für die Variante CAL.20C zutrifft, ist laut Plummer bisher nicht untersucht worden. Es gebe auch keine Informationen darüber, ob die Impfstoffe vor dem Virus schützen und ob die Mutationen die Pathogenität des Virus verändert haben. © rme/aerzteblatt.de

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