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Medizin

Britische Variante B.1.1.7: Studien deuten auf erhöhte Mortalität hin

Montag, 15. Februar 2021

/Josh, stock.adobe.com

London – Der Verdacht, dass die britische Variante B.1.1.7 nicht nur ansteckender ist als der Wildtyp von SARS-CoV-2, sondern auch häufiger zur Hospitalisierung oder und zum Tod führt, hat sich in den letzten Wochen erhärtet, wie die jetzt von der britischen Regierung veröffentlichten Ergebnisse aus laufenden Untersuchungen zeigen.

Die „New and Emerging Respiratory Virus Threats Advisory Group“ (NERVTAG), die die britische Regie­rung zu SARS-CoV-2 berät, fasst in ihrer aktuellen Lagebeschreibung die Ergebnisse aus verschie­denen Studien zusammen, die in der Summe auf ein um etwa 40 bis 60 % erhöhtes Morbiditäts- und Mortali­tätsrisiko hinweisen. Die Ursache ist nicht bekannt, die Experten vermuten jedoch, dass der leichtere Eintritt des Virus in die Zellen, der vor allem durch die Mutation N501Y (vielleicht unterstützt durch die Deletion 69-70) ermöglicht wird, zu einer höheren Viruslast führt, was die Infektion weiterer Zellen erleichtern könnte.

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Die London School of Hygiene & Tropical Medicine ermittelt in ihrer Studie eine Hazard Ratio von 1,58 (95-%-Konfidenzintervall 1,40 bis 1,79), die sich auf 1,71 (1,48 bis 1,97) erhöhte, wenn das Ergebnis um fehlerhafte Zuordnungen und fehlende Daten korrigiert wurde.

Das Imperial College London ermittelt eine relative Sterblichkeitsrate von 1,36 (1,18 bis 1,56), die Universität Exeter kommt auf eine relative Mortalitätsrate von 1,7 (1,3 bis 2,2).

Die Behörde Public Health England, die in früheren Analysen keine erhöhte Pathogenität gefunden hatte, kommt in ihrer Kohortenstudie jetzt ebenfalls zu einer erhöhten Sterblichkeitsrate von 1,65 (1,21 bis 2,25), was Public Health Scotland in 2 eigenen Studien bestätigt.

Die schottischen Daten deuten auch auf eine erhöhte Zahl von Hospitalisierungen hin. In der REACT-SCOT-Studie betrug die Hazard Ratio auf Tod oder Krankenhauseinweisung 1,40 (1,28 bis 1,53), in der EAVE-II-Studie war das Risiko auf eine Krankenhauseinweisung ebenfalls erhöht (Rate Ratio 1,63; 1,48 bis 1,80).

Die HOCI-Studie („Hospital Onset Covid Infection“) hat bisher keine signifikant erhöhte Rate von Inten­siv­behandlungen gefunden, während die Audit-Gruppe ICNARC und das Forschungsinstitut QResearch in ihren Analysen eine erhöhte Zahl von Intensivpatienten gefunden haben (Hazard Ratio 1,44; 1,25 bis 1,67).

Das „Coronavirus Clinical Information Network“ (CO-CIN), das die Daten von hospitalisierten Patienten auswertet, gehört zu den wenigen Gruppen, die keinen Anstieg der Sterblichkeit gefunden haben. Insgesamt dürften die Zahlen jedoch für einen Anstieg der Hospitalisierungen und der Todesfälle sprechen, den die London School of Hygiene & Tropical Medicine in der einzigen bevölkerungsbasierten Untersuchung auf jeweils 40 % schätzt. © rme/aerzteblatt.de

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