Dr. McCoy

Auch nicht schlecht

  • Donnerstag, 5. Januar 2012

Zum Jahresbeginn hat der BITKOM, der Verband der IT-Wirtschaft in Deutschland, eine Umfrage veröffentlicht. Thema: Wem vertrauen die Deutschen beim Datenschutz?

Und heraus kam — auch das Ärzteblatt meldete dies — Spitzenreiter beim gefühlten Datenschutz sind die Krankenkassen! Ihnen attestieren 77% der „mehr als 1.000“ repräsentativ Befragten „ein starkes oder sehr starkes Vertrauen“ beim Umgang mit ihren persönlichen Daten. Dicht gefolgt werden die Krankenkassen von den Banken mit immerhin 75% Datenschutzvertrauen.

Und wo, so fragt man sich da natürlich als Arzt und Leser des Deutschen Ärzteblattes, sind denn wir? Die Ärzte? Wie vertrauen die Bürger uns beim Umgang mit ihren Daten? Schließlich verfügen wir doch mit den Inhalten des Hippokratischen Eids („Was ich bei der Behandlung sehe oder höre … werde ich … als ein Geheimnis betrachten.“) über eine der ältesten Datenschutzvorschriften in der Geschichte der Menschheit!

Ein Blick auf die vollständige Veröffentlichung des BITKOM schafft Klarheit. 74% der Befragten haben starkes oder sehr starkes Vetrauen in die Ärzte und Krankenhäuser. Also nur ein Prozentpunkt weniger als in die Banken. Das ist wahrscheinlich nicht mal statistisch signifikant. Und damit liegen die „Leistungserbringer“ im Gesundheitswesen in einer Spitzengruppe zusammen mit denen vom BITKOM Verband per Überschrift der Presseerklärung hervorgehobenen Krankenkassen und den Banken.

Die Überschrift hätte also eigentlich auch lauten können: „Datenschutz: Höchstes Vertrauen in Krankenkassen, Banken und Ärzte“. Lautete sie aber nicht. Ein Schelm wer dabei böses denkt.

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