Ärzteschaft

Ruf nach Reformen bei Akkreditierung von Laboren und pathologischen Instituten

  • Freitag, 6. März 2026
/unai, stock.adobe.com
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Berlin – Organisatorische Reformen bei der Akkreditierung von Laboren und pathologischen Instituten durch die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) fordert ein Zusammenschluss von Diagnostikverbänden, darunter die Deutsche Gesellschaft für Pathologie, der Verband Akkreditierte Labore in der Medizin, die Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie und andere.

„Die Akkreditierung ist organisatorisch schwer kalkulierbar, bürokratisch überlastet und wirtschaftlich belastend. Lange Bearbeitungszeiten, verzögerte Rückmeldungen und teils erst Monate später ausgestellte Urkunden führen zu erheblichen Planungsunsicherheiten“, kritisieren die Verbände.

Das Prinzip der Akkreditierung von Einrichtungen begrüßen die Verbände aber ausdrücklich: „Die DAkkS nimmt für die Sicherstellung eines hohen medizinischen Versorgungsniveaus eine Schlüsselrolle ein“, heißt es in einem Positionspapier der Verbände.

Ihre Aufgabe sei es, durch unabhängige Akkreditierung das Vertrauen in die fachliche Kompetenz medizinischer Einrichtungen zu stärken und die Fachkompetenz zum Wohle der Patientenversorgung mitzuhelfen zu verbessern. Dieses Grundprinzip werde von den unterzeichnenden Verbänden und Fachgesellschaften ausdrücklich unterstützt.

Die praktische Umsetzung der Akkreditierungsverfahren habe aber „ein patientenfernes, realitätsfernes Ausmaß erreicht, das aus Sicht der Verbände und Fachgesellschaften nicht mehr hinnehmbar ist und die Versorgungssicherheit und den Gesundheitsstandort Deutschland gefährdet“.

Daher sprechen sich die Verbände für „eine grundlegende Reform der Akkreditierungspraxis mit Fokus auf Effizienz, Verlässlichkeit, Schnelligkeit und Praxisnähe“ aus. Dazu gehörten unter anderem verbindliche Bearbeitungsfristen, transparente Kommunikationsstrukturen und deutlich weniger bürokratische und redundante Dokumentationspflichten.

Die Akkreditierung müsse wirtschaftlich tragfähig sein, insbesondere für kleinere Einrichtungen. Die Verbände fordern für die Zukunft eine „institutionalisierte, verbindlich mitbestimmende Einbindung ärztlicher Leistungserbringer und Fachgesellschaften in die Weiterentwicklung der Akkreditierungsverfahren“.

Unterzeichnende des Positionspapiers sind der Berufsverband Deutscher Pathologinnen und Pathologen, die Deutsche Gesellschaft für Pathologie, die Deutsche Gesellschaft für Neuropathologie und Neuroanatomie, der Berufsverband Deutscher Humangenetiker, die Deutsche Gesellschaft für Humangenetik, der Berufsverband Deutscher Laborärzte, der Verband Akkreditierte Labore in der Medizin, der Berufsverband der Ärzte für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie, die Gesellschaft für Virologie und die Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie.

hil

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