Studium: Die Frage

Ab ins Ausland – wie haben Sie es erlebt?

Medizin studieren, 2/2014: 6

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Gute Schule

Foto: privat
Foto: privat

Prof. Dr. med. Diana Lüftner,
Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie


Meine Erfahrungen im Ausland waren grundsätzlich gut: Ich habe mich medizinisch weitergebildet, bin aber vor allem „menschlich gewachsen“. Insbesondere mein PJ-Tertial „Gynäkologie und Geburtshilfe“ am Groote Schuur Hospital in Kapstadt im Jahre 1992, unmittelbar am Ende der Apartheid-Ära, war prägend. Es gab nur „weiße“ Ärzte und Schwestern für ausschließlich schwarzafrikanische Patienten, der Ton war recht rau, die Medizin allerdings exquisit. Sich hier zu bewegen, ohne an allen Befindlichkeiten „anzuecken“, war eine gute Schule.

Reifer zurück

Foto:MBJS Brandenburg
Foto:MBJS Brandenburg

Dr. med. Martina Münch,
SPD-Politikerin und Bildungsministerin in Brandenburg


Ich war im klinischen Teil des Studiums in London und während des PJ in den USA. Ich habe fachlich davon sehr profitiert, weil Studenten im angelsächsischen Raum viel früher selbstständig Verantwortung übernehmen. Die Teilnahme an Nachtdiensten und am Schichtdienst auf der Intensivstation oder in der ambulanten Patientenversorgung war eine Erfahrung, die für einen deutschen Medizinstudenten ungewöhnlich ist. Auch das Erleben einer anderen Kultur, einer fremden Sprache und das Knüpfen von Freundschaften waren ein großer Gewinn. Mein Fazit: unbedingt empfehlenswert! Jede Studentin, jeder Student sollte mehrere Monate Auslandserfahrung sammeln – man kehrt reicher und reifer zurück.

Von der Wiege an

Foto: privat
Foto: privat

Caroline Rump,
Vizepräsidentin für Austausch der bvmd


Meine spannendste Auslandserfahrung war zweifellos meine Geburt in Melbourne. Aber daran habe ich natürlich keine Erinnerung. Intensiv erinnere ich mich an meine Zeit in La Jolla (Kalifornien). Schon als Zehnjährige begeisterten mich die fremde Sprache und das Zurechtfinden in einer neuen Umgebung. Diese frühen Erlebnisse hatten sicher Einfluss auf meinen Wunsch, mich für den internationalen Austausch bei der bvmd zu engagieren.

Blech und Ehrfurcht

Foto: Frank Ossenbrink/RKI
Foto: Frank Ossenbrink/RKI

Prof. Dr. med. Reinhard Burger,
Präsident des Robert-Koch-Institutes


Meine Zeit an den amerikanischen National Institutes of Health erscheint mir in der Erinnerung als ganz intensive Lebensphase. Man wandert mit Ehrfurcht durch Labors von Wissenschaftlern, die man aus dem Lehrbuch kennt und trifft sogar Nobelpreisträger. Dabei sind die Räume oft erschreckend klein und haben Möbel aus grauem Blech. Labors und Patienten sind nur durch einen Flur getrennt, und abends werden alle Ereignisse des Tages lebhaft und kontrovers diskutiert. Was für eine anregende Atmosphäre war das! Natürlich nutzt man auch die Zeit zum Sightseeing bei der schnellen Tour in die Innenstadt von Washington oder genießt die Natur.

Anzeige

    Leserkommentare

    E-Mail
    Passwort

    Registrieren

    Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

    Leserkommentare

    E-Mail
    Passwort

    Registrieren

    Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

    Zum Artikel

    Login

    Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

    E-Mail

    Passwort