Studium: Die Frage

Historie: Wen würden Sie gern treffen?

Medizin studieren, 3/2015: 6

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Erste Frau Doktor

Foto: privat
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Naomi Lämmlin
Medizinstudentin und bvmd-Präsidentin

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Ich würde gern Dorothea Christiane Erxleben treffen – die erste promovierte Ärztin in Deutschland. Mich beeindruckt, dass sie für ihre Überzeugung, Medizinerin werden zu wollen, gekämpft hat und sich in der damaligen, nur von Männern dominierten Welt einen Platz und einen guten Ruf erarbeitet hat. Neben ihrer ärztlichen Tätigkeit hat sie weiterhin vier Kinder bekommen. Mich fasziniert diese Frau, die voller Energie, Leidenschaft und Begeisterung gewesen sein muss. Leider hat es nach ihr noch weitere 100 Jahre gedauert, bis Frauen dann regulär 1899 an Universitäten Medizin studieren durften.

Visionär

Foto: privat
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Prof. Dr. med. Josef Pfeilschifter
Dekan der Medizinischen Fakultät, Frankfurt/Main

Meinen Amtsvorgänger: Paul Ehrlich, den ersten Inhaber des Lehrstuhles für Pharmakologie und Experimentelle Therapie hier in Frankfurt/Main. Er ging mir aber lange voraus. In gewisser Weise jedoch geht er uns allen voran: Eine Vision im Kopf – die pharmakologischen Zauberkugeln; die zielgerichteten, spezifischen und nebenwirkungsarmen Medikamente. Systematisches Arbeiten; Versuch um Versuch. Nicht alleine im Elfenbeinturm, sondern in weltweiter Kooperation. Ich würde ihn gern fragen, wie man es anstellt, einen Nobelpreis zu bekommen. Er würde wahrscheinlich Vergil zitieren und sagen: „Labor omnia vincit improbus, junger Mann, rastlose Arbeit bezwingt alles!“ Und eben darin geht er vielen von uns heute noch voran.

Bester Operateur

Foto: privat
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Prof. Dr. Marion Maria Ruisinger
Direktorin des Deutschen Medizinhistorischen Museums, Ingolstadt

Da fällt die Wahl schwer. Vielleicht einen von den „Stars“ der Medizingeschichte: Hippokrates? Avicenna? Hildegard von Bingen? Oder doch eher die zweite Liga, etwa Justina Siegmund, die es zur Hebamme am Brandenburgischen Hof gebracht hatte und deren 1690 veröffentlichtes, deutschsprachiges Lehrbuch der Hebammenkunst noch lange zur Standardliteratur an den Universitäten gehörte? Gerne würde ich auch Lorenz Heister treffen, der von 1710 bis 1758 als Professor für Anatomie, Chirurgie und Botanik tätig war und als einer der besten Operateure seiner Zeit galt – als Operationen noch ohne Narkose durchgeführt wurden. Wie gestalteten sich die Vorgespräche? Wie war das soziale Setting? Das würde mich interessieren.

Wegbereiter

Foto: privat
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Dr. med. Kevin Schulte
Weiterbildungsassistent Innere Medizin, Aachen

Mich würde begeistern, Otto von Bismarck zu treffen, den Wegbereiter des deutschen Gesundheitswesens. Mir fällt niemand in der deutschen Medizingeschichte ein, der durch sein Engagement, welches sicherlich nicht nur durch Nächstenliebe getrieben war, einen derart großen Einfluss auf die medizinische Versorgung in Deutschland gehabt hat. Die größten Innovationen und Fortschritte bringen niemandem etwas, wenn die Rahmenbedingungen es nicht zulassen, dass sie letztlich auch bei den Patienten ankommen.

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