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Medizinstudium 2020: Kontroverse um den Plan

Richter-Kuhlmann, Eva

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Ins Grübeln über das Medizinstudium kommen nicht nur Studierende: Derzeit überdenkt die Politik einen Masterplan für 2020. Foto: dpa
Ins Grübeln über das Medizinstudium kommen nicht nur Studierende: Derzeit überdenkt die Politik einen Masterplan für 2020. Foto: dpa

Das Jahr 2016 wird spannend: Dann soll ein Reformkonzept für das Medizinstudium auf dem Tisch liegen. Momentan gehen die Vorstellungen von Studierenden, Politikern und ärztlichen Verbänden jedoch noch auseinander.

Die Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag einen „Masterplan Medizinstudium 2020“ angekündigt, der Maßnahmen für eine zielgerichtete Auswahl der Studienplatzbewerber, zur Förderung der Praxisnähe und zur Stärkung der Allgemeinmedizin im Studium festlegen soll. Eine entsprechende Bund-Länder-Arbeitsgruppe soll bis Mitte 2016 ein Reformkonzept für das Medizinstudium der Zukunft vorlegen.

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Das wird nicht leicht, denn unterschiedliche Vorschläge sowie Stellungnahmen gibt es bereits viele, unter anderem auch von der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) sowie der Bundesärztekammer (BÄK). Derzeit beraten in Berlin zudem die Fachpolitiker von Union und SPD über alle drei Hauptpunkte.

Relative Einigkeit herrscht dem Vernehmen nach darüber, dass die Universitäten bei der Auswahl ihrer Medizinstudierenden künftig neben der Abiturnote auch verstärkt weitere Kriterien, wie Berufserfahrungen im medizinischen Bereich, einbeziehen sollten. Dafür hatte sich jüngst auch die BÄK ausgesprochen. Die bvmd möchte die Wartezeit- sowie die Abiturbestenquote am liebsten zugunsten eines vereinheitlichten Verfahrens mit ausschließlich einer Quote abgeschafft sehen. Denkbar sind für die Studierenden auch sogenannte Studierfähigkeitstests, wie der Test für medizinische Studiengänge (TMS) – siehe News-Seiten in diesem Heft. Darüber hinaus schlägt die bvmd eine Abschaffung der Zulassung zu Teilstudienplätzen durch eine bundeseinheitliche Kapazitätsberechnung der Studienplätze vor.

Sehr umstritten sind dagegen Überlegungen, die bisherige Struktur des Medizinstudiums aufzubrechen und das Staatsexamen durch Bachelor-/Masterprüfungen zu ersetzen, oder auch die Idee, eine sogenannte „Landarztquote“ einzuführen, über welche künftig Bewerber, die sich verpflichten, Landärzte zu werden, bevorzugt einen Studienplatz erhalten sollen. Der Medizinische Fakultätentag (MFT) hält es beispielsweise „nicht für zielführend“, die Zahl der Landärzte durch Eingriffe in die Zulassungsverfahren erhöhen zu wollen. Es handele sich bei dem Landarztmangel um ein „Verteilungsproblem, das nur durch eine Steigerung der Attraktivität des Berufes“ lösbar sei, meint er.

Gleichzeitig läuft eine intensive Diskussion über eine mögliche Erhöhung der Studienplatzzahlen. Zehn Prozent mehr wären „dringend geboten“, meint die Bundesärztekammer. Ob die Politik ihrer Forderung nachkommt, ist derzeit aufgrund der ungeklärten Finanzierung der zusätzlichen teuren Studienplätze offen.

In Bezug auf den zweiten Hauptpunkt des Masterplans, der Forderung nach mehr Praxisnähe im Medizinstudium, spricht sich die bvmd für ein reformiertes Curriculum aus, das die kommunikativen und wissenschaftlichen Kompetenzen stärker einbezieht. Ein bundesweit einheitlicher Lernzielkatalog Medizin ist bereits in diesem Sommer durch den MFT beschlossen worden. Die bvmd wünscht jedoch eine weitere Überarbeitung der Approbationsordnung, die den Fakultäten größere Gestaltungsspielräume lässt.

Beim dritten Hauptpunkt, der Stärkung der Allgemeinmedizin, sehen die Studierenden sowie die Bundesärztekammer vor allem die medizinischen Fakultäten in der Pflicht: Die BÄK fordert, bis 2017 an allen medizinischen Fakultäten in Deutschland entsprechende Lehrstühle einzurichten. Eine weitere Aufwertung des Faches könne über die longitudinale Integration allgemeinmedizinischer und modularisierter Lehrinhalte erreicht werden, meint die bvmd. Die Pflicht, einen Abschnitt des praktischen Jahres (PJ) in der Allgemeinmedizin zu absolvieren, lehnen die Medizinstudierenden jedoch vehement ab (Interview auf der nächsten Seite).

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