StudierenArchivMedizin studieren1/2016Ausbildung: Früh übt sich

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Ausbildung: Früh übt sich

Hillienhof, Arne

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Foto: privat
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Im Berufsalltag müssen Ärzte mit anderen Berufsgruppen gut zusammenarbeiten. An der Uni wird jedes Fach aber weitgehend für sich unterrichtet. Das sollte nicht so bleiben, meint Raffael Konietzko von der AG medizinische Ausbildung der bvmd und erläutert, wofür sich die Medizinstudierenden an den Fakultäten einsetzen.

Die bvmd hat ein Projekt „Interprofessionalität“ gestartet …

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Konietzko: Initiativen dazu gab es auch schon in der Vergangenheit, wir greifen das jetzt wieder auf. Unser Hauptanliegen ist, die medizinische Ausbildung zu verbessern. Es leuchtet ein, dass die Zusammenarbeit zwischen den Berufsgruppen bei der Patientenversorgung immens wichtig ist. Im Studium ist diese Interprofessionalität aber nicht hinreichend abgebildet.

Ist das Medizinstudium nicht schon jetzt inhaltlich sehr vollgepackt?

Konietzko: Es geht nicht darum, noch mehr Stoff ins Studium zu pressen, sondern Bestehendes gemeinsam mit Studierenden anderer Fachrichtungen zu lernen, also mit künftigen Pharmazeuten, Pflegewissenschaftlern, Hebammen, Logopäden und so weiter.

Gibt es das nicht bereits an vielen Fakultäten als Wahlangebot?

Konietzko: Das ist richtig. Aber Wahlangebote erreichen nur die Leute, die daran sowieso bereits ein besonderes Interesse haben. Im Krankenhaus muss aber später jeder Arzt gut mit dem Pflegedienst und anderen Berufsgruppen zusammenarbeiten. Deshalb wünschen wir uns gemeinsame verpflichtende Lehrangebote schon vom ersten Semester an. Wir wissen, das ist sehr aufwendig – es müssen Dozenten aus beiden Fachbereichen präsent sein, sie müssen sich abstimmen und der Unterricht muss in kleinen Gruppen erfolgen und so fort. Deshalb gibt es das gemeinsame Unterrichten ja auch bislang nur im Wahlbereich.

Wie wollen sie als Arbeitsgruppe der bvmd vorgehen, um mehr gemeinsame Lehrveranstaltungen zu etablieren?

Konietzko: Wir vernetzen uns im Augenblick mit den Studierendenvertretungen anderer Fachbereiche, zum Beispiel mit den Pharmaziestudierenden und der Bundes-Studierenden-Vereinigung der Gesundheitsberufe. Wir wollen ein gemeinsames Positionspapier aller Verbände erarbeiten, das zeigen soll, dass alle Beteiligten sehr interessiert an der gemeinsamen Lehre sind.

Langfristig können wir uns vorstellen, Empfehlungen für gemeinsame Lehrveranstaltungen zu entwickeln, in die Erfahrungen aus bereits bestehenden Angeboten einfließen.

Was ist Ihr Wunschziel?

Konietzko: Ganz großartig wäre, wenn wir langfristig ein interprofessionelles Kerncurriculum für verschiedene Berufe entwickeln könnten. Das gemeinsame Lernen sollte ganz selbstverständlich werden. So wie die gemeinsame Arbeit später bei der Patientenversorgung ja ebenfalls notwendig und selbstverständlich ist.

Raffael Konietzko studiert Humanmedizin im achten Semester in Erlangen-Nürnberg.

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