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Eine 76-jährige Patientin mit bekanntem Diabetes mellitus und 3-Gefäß-KHK sucht ihren Hausarzt wegen eines hartnäckigen Hustens auf. Sie berichtet über zähen gelblichen Auswurf. Fieber wird verneint, auskultatorisch ist die Lunge frei. Der Hausarzt diagnostiziert eine Bronchitis und verschreibt ein Antibiotikum, um den Übergang in eine Pneumonie zu verhindern. Nach zwei Wochen stellt sich die Patientin mit starken Bauchschmerzen, blutigen Durchfällen und Temperaturen bis 38,5° C erneut vor, woraufhin der Hausarzt sie stationär einweist.

Mikroskopischer Befund
Mikroskopischer Befund
Makroskopischer Befund
Makroskopischer Befund

Endoskopisch finden sich im gesamten Dickdarm flache Schleimhautdefekte mit gelblichen Belägen. Bild 1 zeigt die histologischen Veränderungen der entnommenen Biopsien. Die mikrobiologische Stuhluntersuchung weist Clostridium difficile nach. Trotz rasch eingeleiteter Therapie mit Vancomycin und Ausgleich des Flüssigkeits- und Mineralstoffverlustes wird die Patientin zunehmend kreislaufinstabil und verstirbt. Bei der Autopsie zeigt der Dickdarm praktisch keine erhaltene Schleimhaut mehr (Bild 2). Die Mukosa ist durch grünliche nekrotische Beläge ersetzt.

Auflösung

Die Patientin ist an einer antibiotika-assoziierten pseudomembranösen Kolitis gestorben. Durch die Antibiotikaeinnahme überwuchert Clostridium difficile die normale Darmflora.

Hintergrund

Durch das Toxin des Corynebakteriums kommt es zu ausgedehnten Schleimhauterosionen, die mit Schorf („Pseudomembranen“) belegt sind. Dadurch entsteht eine erhebliche Schrankenstörung des Darmes.

Merke!

Strenge Indikationsstellung für eine Antibiotikagabe, gerade bei alten beziehungsweise multimorbiden Patienten!

PD Dr. med. Helene Geddert, St. Vincentius-Kliniken, Karlsruhe

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