StudierenArchivMedizin studieren2/2017Katastrophenmedizin im Studium: Unverzichtbare Grundlage

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Katastrophenmedizin im Studium: Unverzichtbare Grundlage

Hillienhof, Arne

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Foto: privat
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Wie Ärzte bei einem Massenanfall von Verletzten vorgehen sollten – das erfahren Medizinstudierende in verschiedenen Stationen des Studiums. Die bvmd hat dazu ein Projekt gegründet. Simon Drees, Student im Praktischen Jahr aus Berlin, erläutert die Details.

Kommt die Katastrophenmedizin im Studium zu kurz?

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Das kann man nicht sagen. Die unverzichtbaren Grundlagen – zum Beispiel die Triagierung, also das Einteilen von Verletzten in Kategorien – wird natürlich gelehrt. Aber oft war es das auch schon. Es ist ein Nischenfach, das nicht alle Studierenden unmittelbar interessiert. Aber es ist halt auch unverzichtbar!

Worum geht es bei dem bvmd-Projekt? Die konkrete Versorgung von Unfallopfern ist doch eher ein Thema der Unfallchirurgie und anderer medizinischer Fächer.

Genau! Es geht bei unserem Projekt deshalb auch mehr darum, zu erfahren, wie die Katastrophenversorgung in Deutschland und weltweit organisiert ist. Welche Akteure gibt es? Was genau tun die und wie sind die Kommunikations- und Entscheidungskanäle organisiert?

Und wie sieht die bvmd-Projektarbeit dazu konkret aus?

Wir arbeiten viel mit Simulationen. Zum Beispiel nutzen wir Onlineszenarien, aber auch Brettspiele. „Brettspiele“, das mag zunächst komisch klingen, aber das sind speziell entwickelte Materialien, anhand derer die Teilnehmer ein Katastrophenszenario durchspielen können. Daran wird dann schnell deutlich, welche Akteure eingebunden werden müssen, wie diese zusammenarbeiten und wie sie kommunizieren. Eine in Kanada entwickelte Simulation basiert zum Beispiel auf der Erdbebenkatastrophe in Haiti und simuliert das Zusammenspiel zwischen Regierung, Hilfsorganisationen, der internationalen Hilfe und dem Militär. Simulationen werden ja auch auf höchster Ebene genutzt …

Wie meinen Sie das?

Nach der Ebola-Katastrophe gab es ja viel Kritik an der Organisation der internationalen Hilfe. Mitte Mai haben die Ge­sund­heits­mi­nis­ter der G20-Staaten daher in Berlin darüber beraten, wie sie auf eine neue Epidemie reagieren sollten. Sie haben dabei ein Krisenszenario simuliert, um zu sehen, wo es Schwächen im Krisenmanagement gibt und um die Zusammenarbeit zu üben.

Mit wem veranstalten Sie die Übungen?

Die Fachschaften vor Ort laden uns ein und wir organisieren einen Workshop vor Ort. Dazu gehörten dann ein Vortrag und eben das gemeinsame Arbeiten an einer Simulation. Außerdem bieten wir die Projektworkshops auf den überregionalen bvmd-Treffen an, zum Beispiel auf dem nächsten Bundeskongress im Dezember.

Und wie ist das Interesse?

Sehr groß! In der ersten Jahreshälfte haben wir fünf Workshops mit den Fachschaften durchgeführt. Das Thema ist ja sehr aktuell, leider, auch wegen der aktuellen Terrorgefahr.

Fachschaften, die Interesse haben, können sich gern melden. Das gilt aber auch für jeden, der an dem Projekt mitarbeiten mag!

Kontakt: katastrophenmedizin@bvmd.de

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