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am Montag, 30. Januar 2012 um 14:49

Kommentar zur freien PJ-Krankenhaus-Wahl

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Interview mit Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer „Wir müssen das Studium verbessern“
aus Dtsch Arztebl 2012; 109(3) vom Freitag, 20. Januar 2012
In dem am 20. Januar 2012 auf Seite A71 erschienenen Ärzteblatt-Interview „Wir müssen das Studium verbessern“ behauptet Dr. med. Montgomery, „ …früher konnte man ja schon mal das PJ-Krankenhaus frei wählen, ohne dass die Universitäten organisatorisch in die Knie gegangen wären.“. Hier ist zu korrigieren, dass das PJ-Krankenhaus nie ganz frei gewählt werden konnte, so wie es von Dr. Montgomery insinuiert wurde. Es bestehen jedoch aufgrund der Kooperationen mit den Akademischen Lehrkrankenhäusern vielfältige Ausbildungsangebote, welche die Nachfrage bei weitem übersteigen. Somit existieren Wahlmöglichkeiten und das gros der Medizinstudierenden kann ihr PJ wunschgemäß absolvieren. Heute bestehen weit mehr Freiheiten als noch vor zehn Jahren. Weniger als 30 Prozent der Studierenden verbleiben im PJ am Universitätsklinikum. Zu bedenken ist jedoch, dass insbesondere bei stark nachgefragten Fächern und Standorten, auch Sozialkriterien, wie Kinder, häusliche Pflegeverpflichtungen etc., zur Anwendung zu bringen sind.
Mutmaßlich meint Herr Dr. Montgomery die Medizinalassistentenzeit gemäß der Bestallungsordnung von 1953. Diese wurde bekanntermaßen durch die Ärztliche Approbationsordnung von 1970 im Zuge der Qualitätsverbesserungen abgeschafft. Abschließend ist festzuhalten, dass sich die Medizinischen Fakultäten um eine faire und objektive PJ-Vergabe sehr bemühen und sich die aktive Aufsicht der Universitäten über die PJ-Ausbildung bewährt hat. Die Hochschulmedizin scheut keine Kompetition, doch kann es Wettbewerb nur zwischen Einrichtungen mit gleichen Aufgaben und Rahmenbedingungen geben. Damit die Ärztinnen und Ärzte nach dem Studium gut ausgebildet an andere Krankenhäuser zur Weiterbildung wechseln können, sind die Universitäten ständig im Wettbewerb um die beste Lehre.

Dr. Volker Hildebrandt
MFT-Generalsekretär

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